Sa., 24.09.16: St. Sozy

Am Tag des Ortswechsels fuhren wir nach der Besichtigung der Höhlen von Lascaux von Montignac aus weiter nach St. Sozy in unsere neue Unterkunft im Chateau Lachièze. 1 Stunde lang erhielten wir eine Einführung von unserem Hausherrn, der hier auch wohnt, wurden informiert und instruiert über alles Mögliche im Zusammenhang mit der Wohnung, dadurch verpassten wir aber leider den Start der Heißluftballons in Loubressac, der an diesem Tag im Rahmen der Montgolfiade von Rocamadour stattfinden sollte und den wir uns gerne ansehen wollten. Geplant war, schon um 17 Uhr dort zu sein, wir kamen aber erst um 18 Uhr an, es fuhren gerade die letzten 2-3 Ballons ab. Leider gab es auch viel zu wenig Parkplätze in dem kleinen Ort, es herrschte ein riesiger Menschenauflauf, alles war zugeparkt... na ja, wir waren etwas enttäuscht, letztlich hätte man aber vermutlich auch schon deutlich vor 17 Uhr da sein müssen, um das Spektakel in Ruhe zu genießen, und ein paar Ballons in der Ferne haben wir immerhin auch noch gesehen. Im Supermarkt in St. Céré kauften wir noch ein kurz vor Ladenschluss am Samstag, nun hatten wir wenigstens wieder etwas Verpflegung für die nächsten Tage. Gegen 20 Uhr kamen wir zurück in der neuen Fewo an, packten aus, bezogen die Betten, aßen eine Kleinigkeit zu Abend und genossen das außergewöhnliche Ambiente. Nach Schreiben im Tagebuch sind wir dann gegen 22:30 Uhr ins Bett gegangen.

Mo., 26.09.16

Am Nachmittag des 26.09. unternahmen wir eine Wanderung in unmittelbarer Nachbarschaft des Ortes entlang der Karstfelsen an der Dordogne. Eigentlich war die Tour nur 2. Wahl, eine andere, für heute alternativ geplante Tour konnten wir aus Zeitmangel nicht mehr machen, aber die stattdessen gelaufene Strecke „Des Rochers et des Hommes“ war garantiert nicht minder eindrucksvoll, ich persönlich fand sie großartig, sehr abwechslungsreich und das auf kleinstem Raum. Zunächst ging es in leichtem Auf und Ab, schließlich aber nur noch bergauf oben auf die Felskante der Causse. der Hochebene hinauf, von wo aus man einen tollen Blick auf die Dordogne, St.Sozy und die umliegende Gegend hatte. Der Weg führte dann wieder hinab fast bis ans Ufer der Dordogne und unterhalb des zuvor gelaufenen Gratwegs nach St.Sozy zurück. Der Weg war aber dort ganz anders geartet, vorher mit schönen Weitblicken (wenn auch meist durch Bäume zugewachsen), jetzt auf schmalem Pfad am Fuß der Felsen entlang im Schatten. Was mich auf beiden Wegen überraschte war der teilweise extrem dichte und moosbewachsene Wald, richtig verwunschen, den ich in einer so trockenen Gegend wie hier in Südfrankreich gar nicht erwartet hätte, aber ich vermute, das hängt mit der Feuchtigkeit zusammen, die dier Fluss spendet und die oft nachts bzw. morgens hier in den Wäldern hängt. Wir konnten unterwegs noch 5 Geocaches einsammeln, einmal spektakulär in einer Höhle, wo ich meinen ersten FTF loggen konnte, und das noch bei einem T4D4! (Für den, dem das was sagt...) Schließlich waren wir um 20 Uhr wieder zurück im Ferienhaus, aßen zu Abend, schrieben Tagebuch, schauten die Fotos des Tages an und fielen gegen 23:15 Uhr erschöpft ins Bett.

Carennac und Collonges-la-Rouge

Der 26.09. startete vormittags allerdings zunächst mit der Besichtigung zweier als besonders sehenswert beschriebener Dörfer der Umgebung. Da besseres Wetter als am Vortag angesagt war, wenn auch erst für den Nachmittag, und es außerdem noch nicht so warm war wie es in der Mitte der folgenden Woche werden sollte, entschieden wir uns für die Wanderung bei St. Sozy am Nachmittag und vormittags für die Fahrt die Dordogne entlang mit Besichtigung von Carennac und Collonges-la-Rouge, dem „Rothenburg Frankreichs“. Über Creysse ging es zuerst durch enge Sträßchen bis zum Aussichtspunkt Belvedere de Copeyre, von wo aus man tatsächlich eine schöne Sicht über die Dordogne bis nach Floirac und Gluges hatte. Dann überquerten wir den Fluss und fuhren durch den Cirque de Floirac, der im Reiseführer als besonders schön beschrieben war, was man aber beim Durchfahren nicht wirklich nachvollziehen konnte, letztlich war es hier nichts anderes als jede andere der vielen, schönen Sträßchen in der Gegend. Halt gemacht haben wir dann in Carennac und hier eine kleine Stadtbesichtigung absolviert. Es gab ein von außen hübsches Schlösschen, innen fanden wir aber nichts Weltbewegendes, abgesehen von einer schönen Holzdecke, ansonsten waren die Räume eher leer und als (kostenloses) Museum eingerichtet. Danach schauten wir uns die sehr schöne, romanische Kirche mit tollem Kirchenportal an mit Christus, den 4 Aposteln und den 12 Jüngern, innen gab es auch noch wenige alte, bunte Farbreste der Bemalung. Ein ganz hübscher Kreuzgang schloss sich an, der kostete zwar Eintritt, dafür war hier aber auch niemand sonst außer uns! Beeindruckend fand ich eine fantastisch skulpturierte Grablegung aus dem 15. Jahrhundert, unglaublich, was die Steinmetze damals so schufen! Anschließend schlenderten wir noch durch das pittoreske Dorf und fuhren dann weiter, wieder über die Dordogne und Richtung Norden ins Nachbardepartement Corrèze, das eigentlich gar nicht mehr in unserer Reiseplanung vorgesehen war. Der Ort Collonges-la-Rouge wurde aber in allen Reiseführern erwähnt als besonders lohnenswert, sodass wir den Abstecher trotzdem unternahmen. In der Tat gab es hier auch wirklich sehr hübsche Ecken, allerdings konnten wir uns beide trotz allem nicht so sehr mit dem Baustil anfreunden wie in den bisherigen Orten. Als wir ankamen, schien nämlich die Sonne noch nicht, und bei trübem Wetter wirkte der rote Sandstein, aus dem alles hier erbaut ist, eher düster und abweisend, erst später bei Sonne deutlich freundlicher. Der gelbe Sandstein, der in der Dordogne-Region für den Bau der Häuser verwendet wurde, gefiel uns in dieser Hinsicht deutlich besser, wirkte immer freundlich und weniger streng. Wie gesagt: es gab aber auch wirklich schöne Häuser, spielerisch verziert mit Erkern, Türmchen und Dachgiebeln, meist auch hübsch dekoriert, der Vergleich mit Rothenburg war gar nicht so schlecht. Das betraf leider auch die Anzahl der Touristen, von denen es hier doch eine ganze Reihe gab, da war es im ruhigen Carennnac am Morgen angenehmer. Kaum wollte man hier ein Foto machen, rannte von irgendwo her ein Tourist ins Bild und blieb erstmal für 5 Minuten mit fragendem Blick und sich unsicher umsuchend stehen. Und wenn er dann endlich ging kam garantiert im selben Moment seine Ehefrau um die Ecke spaziert... mit dem Fotos war das echt schwierig! Egal – wir genossen den Ort trotzdem, u.a. auch wegen eines sehr leckeren Mittagsmenüs, das wir im Lokal "Relais de St. Jacques de Compostelle" einnahmen, für 20,90 € hatte ich 6 Schnecken, ein Entenbein mit Gemüse der Saison und ein Apfeltörtchen, aber natürlich klang das auf Französisch alles dreimal so gut, vor allem die Beschreibung der Zubereitungsarten, und das Auge aß auch mit!

Fr., 30.09.16: Martel

Am letzten Abend des Urlaubs machten wir uns mit dem Auto auf nach Martel, wo wir im Lokal "Le petit moulin“ (Empfehlung Tripadvisor) lecker und recht edel zu Abend aßen, das letzte Abendessen im Urlaub ist ja immer etwas Besonderes, so gönnten wir uns auch mal etwas mehr, auch wenn wir keine Unsummen bezahlten, aber das Essen war doch das teuerste des Urlaubs, wobei Essengehen ja grundsätzlich keine allzu preiswerte Sache in Frankreich ist. Für Mittasgmenüs zahlten wir i.A. zwischen 13 und 20 €, für Abendessen ging es zwischen 20 und 30 € los. Mit jeweils 3-4 Gängen war man dann aber auch stets satt, wenn auch nie allzu gemästet, was sehr angenehm war. Dazu kamen dann natürlich immer noch die Getränke, wenn man aber nur Wasser („caraffe“) bestellte, gab es das immer umsonst dazu. Nach einem abschließenden Rundgang durch die abendlich beleuchtete und ebenfalls schöne, mittelalterliche Altstadt von Martel, deren Besichtigung wir tagsüber mangels Zeit nicht geschafft hatten, fuhren wir wieder in unsere Ferienwohnung und zwischen 22 Uhr und Mitternacht packten wir unsere Siebensachen für die Abreise am nächsten Tag, ließen die Spülmaschine noch ein letzte Mal laufen und gingen schließlich zu Bett. Pünktlich zur Ankunft in der Ferienwohnung setze der Regen ein - was haben wir für ein Glück gehabt mit dem Wetter während eines Großteils des Urlaubs!