Freitag, 21.06.2013: Caldera de Sete Cidades, Ponta Delgada am Abend

Erneut ein Tag mit Kaiserwetter, genau passend für die letzte Wandertour des Urlaubs, eine der Paradetouren, die Umrundung der Caldera de Sete Cidades. Frühstück gab es im Hotel schon um 7:30 Uhr, so konnten wir recht früh in die Berge losfahren und erreichten bereits nach 16 km unseren Parkplatz am Ausgangspunkt des PR4SMI, von wo aus wir um 9:30 Uhr los liefen. Nach Besichtigung von Resten eines Viaduktes aus dem 19. Jahrhundert ging es durch Wald rasch hinauf zum höchsten Punkt des Weges, dem Pico da Cruz (848 m). Von dort ging‘s in stetigem Auf und Ab weiter Richtung Norden, immer am Kraterrand entlang mit tollen Blicken auf die Caldera zur Linken und die Küste zur Rechten. Der Weg war durchgängig ein breiter Schotterweg, also technisch ohne Probleme zu laufen, wenn auch abwärts zum Teil etwas rutschig. Nach einer ersten Pause am Miradouro das Cumeeiras entfernte sich der Weg später etwas vom Krater, der von der Aussicht her schönste Teil des Wegs direkt oberhalb der Lagoa Azul lag da bereits hinter uns. Die weitere Strecke bis zum berühmten Vista do Rei entfernte sich noch mehr von den Seen, bot dafür aber auch schöne Blicke auf die landwirtschaftlich genutzte Caldera Seca. Beim Vista do Rei, sicher ein spektakulärer Aussichtspunkt, aber auch nicht viel eindrucksvoller als an anderen Stellen des Weges, begann dann der letzte und unangenehmste Teil, 5 km ansteigende Asphaltstraße bis zum Auto, die aber gut und zügig bewältigt werden konnten, so dass nach genau 6 Stunden ab Start der Wanderung der Mietwagen wieder erreicht war. Es ging dann mit dem Auto nach Siete Cidades, wir besichtigten dort noch die Kirche, nichts Dolles, aber immerhin mit schönen weiß-blauen Kacheln. Wir tranken etwas, fuhren dann zu der Brücke, die die beiden Seen der Caldera, die Lagoas Azul und Verde, miteinander verband, anschließend zum Miradouro do Escalvado, einem wirklich traumhaften Aussichtspunkt an der Westküste mit hohen Felsklippen und, erstmals auf den Azoren, auch relativ vielen Möwen. Zurück in Ponta Delgada duschten wir, ruhten uns kurz aus und gingen dann zum Abendessen ins Lokal „O Avião“, ich hatte extrem leckeren, frisch gegrillten Fisch („splendid alfonsino“), mein Freund ebenfalls sehr gutes Fleisch, dazu gab's Sangria. Anschließend tätigten wir bei lauer Abendluft noch einen kurzen Spaziergang durch das überschaubare, kleine Stadtzentrum von Ponta Delgada mit sehr schön illuminierten Bauten, ehe wir gegen 23:15 Uhr zurück im Hotel waren, heute mal etwas später, aber in der Hauptstadt ist abends halt doch mehr los und es gibt mir zu sehen als in den kleineren Ortschaften auf den Inseln.

Samstag, 22.06.2013: Ponta Delgada, Ananasplantage Augusto Arruda, Ermida de N.S. da Paz

Der letzte Urlaubstag brach an, und um den Urlaub in Ruhe ausklingen zu lassen, haben wir uns für heute nur ein kleines Programm vorgenommen. Gemütlich wurde um 8:15 Uhr gefrühstückt, danach schlenderten wir zur Markthalle, wo, entgegen den Angaben im Reiseführer, samstagmorgens doch eine Menge los war und reges Treiben herrschte. Es folgt ein Stadtspaziergang zu den überschaubaren Sehenswürdigkeiten von Ponta Delgada, zuerst zu Hauptkirche Igreja Matriz São Sebastião, der wirklich schönen und - trotz vieler, vermischter Baustile - recht harmonisch wirkenden Kirche im Zentrum. In der Nähe steht das hübsche, kleine Rathaus, daneben die Portas da Cidade, die Stadttore. Etwas weiter entfernt am großzügigen Praça 5 de Outubro besuchten wir dann die langgestreckte Klosterkirche des noch aktiven Convento de N.S. da Esperança, die einerseits durch schöne Azulejos aus dem Leben der Teresa da Anunciadas, der Ordensgründerin beeindruckte, andererseits mit der Statue des Santo Cristo dos Milagres, der meistverehrten Heiligenfigur der Insel. Wir setzen unseren Spaziergang fort zum Stadtpark António Borges, einer hübsch gestalteten Anlage mit exotischen Pflanzen unter gleichzeitiger Verwendung zahlreicher, hier natürlich vorkommender Lavasteine. Im Stadtpark befand sich auch eines der ersten Gewächshäuser der Insel, wo der Parkgründer einst mit der Anzucht von Ananas zu experimentieren begann. Zurück im Hotel nahmen wir unseren Wagen und fuhren nach Fajã de Baixo, dem Ort der Insel, wo heute noch die Ananaszucht betrieben wird, dem einzigen Ort der Welt übrigens, wo dies in Gewächshäusern geschieht, um die erforderlichen, konstant hohen Temperaturen zu erreichen. Die Besichtigung der Anlage Augusto Arruda gab gute Einblicke in die langwierige Aufzucht der Frucht, die mehr als anderthalb Jahre dauert. Man konnte die verschiedenen Stadien des Wachstums kennenlernen, so wird z.B. der Fruchtansatz durch drei bis vier Tage Ausräuchern angeregt. Da wir noch Zeit hatten, fuhren wir anschließend noch einmal Richtung Osten, um im Café Damião in Vila Franco do Campo die leckere, örtliche Spezialität Queijada zu probieren, kleine, sehr süße Törtchen mit Mandelfüllung und viel Puderzucker. Als letztes ging es zur Ermida de N.S. da Paz, wir fuhren mit dem Wagen zu dieser Kirche hoch und genossen neben der hübschen Anlage der Kirche selbst auch die Aussicht. Gegen 18 Uhr zurück in Ponta Delgada betankten wir noch einmal den Mietwagen, duschten, packten die Koffer und aßen ein letztes Mal zu Abend, diesmal im Restaurant unseres Hotels „Alcides“, wo es auch recht lecker war.

Sonntag, 23.06.2013: Rückflug

Am nächsten Tag flogen wir zurück nach Frankfurt. Vermutlich ist nichts Spektakuläres passiert, jedenfalls habe ich über diesen Tag gar nichts mehr in mein Tagebuch geschrieben, ich kann mich aber auch an nichts Besonders mehr erinnern, Flug und die anschließende Heimreise mit der Bahn von Frankfurt nach Hause verliefen offensichtlich weitgehend ereignislos und pünktlich.

Das war’s also! – Die Azoren haben uns gut gefallen, waren ruhig, entspannt und auch relativ preiswert. Das Wetter war, wie man es von der „Wetterküche im Atlantik“ erwarten konnte, durchaus wechselhaft, aber mit stets sehr angenehmen Temperaturen, selbst an den verregneten Tagen. Die Wanderwege waren durchweg schön, der einzige Nachteil war, dass es sich häufig um Einwegstrecken handelt, was bei dem mageren ÖPNV dann problematisch werden kann, wenn man keine Möglichkeit zur Rückfahrt bekommt. Ich hatte damit zum Glück kein Problem, da mein Freund nicht alle Touren mitlaufen wollte, wäre ich allein gewesen, wäre das schon schwieriger geworden. Trotzdem: ich würde durchaus noch einmal wiederkommen, auch, um mir die anderen Inseln (v.a. São Jorge, aber auch Terceira und Graziosa) anzusehen, die wir auf dieser Reise natürlich nicht auch noch unterbringen konnten.