Freitag, 14.06.2013: Stadtrundgang in Horta

Nachdem wir das Auto gepackt hatten, hatten wir noch Zeit für ein kurzes und leckeres Frühstück, ehe wir um 8:30 Uhr zum Flughafen fuhren, wieder durch Nebel mit fast 0 Meter Sichtweite im Hochland, die letzte Chance auf eine Sichtung der Kraterseen war damit vertan … schade! Abgabe des Mietwagens und das Einchecken verliefen problemlos, aber dann gab es verkehrte Welt: während auf Flores am Flughafen, wo ja oft widrige Winde herrschten, bestes Wetter war, konnten wir nicht starten, da am Zielflughafen in Horta das Wetter zu schlecht war...! Das Wartespiel wie beim Hinflug ging also wieder los! Für eine Stunde wurden wir vertröstet, dann hieß es, dass wir erst nach Ponta Delgada auf São Miguel und von dort nach Horta fliegen sollten... So waren wir den ganzen Tag beschäftigt, hatten noch einen kostenlosen Extraflug und dadurch tolle Blicke auf dem Pico, der aus der Wolkendecke herausragte. Um 16:45 Uhr, also fünfeinhalb Stunden nach der planmäßigen Ankunftszeit, landeten wir schließlich in Horta auf der Insel Faial, mittlerweile herrschte hier übrigens auch bestes Wetter! Rasch konnten wir unseren Mietwagen übernehmen, einen nagelneuen Toyota Yaris mit nur 34 km auf dem Tacho. Auch die Unterkunft „A Casa do Lado“ fanden wir mit der Karte gut, obwohl sie mitten im Ort lag. Das Zimmer war einfach, aber sauber und funktional. Gegen 18 Uhr machten wir uns auf einen kurzen Spaziergang am Hafen entlang mit Blick auf hunderte Segelboote bis zum Porto Pim, dem alten Hafen. Dort aßen wir auf einer Terrasse über dem Wasser leckeren Fisch, mein Freund Thunfischsteak und ich "blackspot seabream" (zu Deutsch: Rote Fleckbrasse). Anschließend ging es zurück zum Hotel, diesmal parallel zur Uferpromenade durch die (jetzt verlassene) Haupteinkaufsstraße mit zum Teil sehr schönen Häusern. Auch hatten wir auf einmal einen tollen Blick auf den Pico, dessen Gipfel sich im Abendrot klar abzeichnete - wunderschön! Nach Tagebuchschreiben und kostenlosem Tee im Hotel ging es schließlich gegen 23 Uhr mal wieder in ein neues Bett.

Samstag, 15.06.2013: Colonia Aleman, Capelinhos

Momentan schien vom Wetter her im Urlaub der Wurm drin zu sein, aber nachdem wir am Donnerstag schon wegen Nebel kaum etwas von den Seen von Flores sahen und gestern den ganzen Tag am Flughafen verbrachten, lief es heute auch nicht so wie geplant. Die Nacht im Hotel war gut, auch das Frühstück durchaus lecker, das Wetter war aber wieder sehr neblig, und die Wolken hingen tief, selbst der Gipfel des Monte da Guia unmittelbar vor Horta war nicht zu sehen, was für ein Unterschied zum Vorabend! Morgens kauften wir im Ort daher erst einmal Postkarten und Briefmarken, spazierten noch zur „Colonia Aleman“, den ganz hübschen, ehemaligen Häusern der deutschen Telegraphengesellschaft, bevor mein Freund mich nach Capelo brachte, den Ort, wo ich eigentlich die Wanderung PRC1FAI zum Vulkan Capelinhos beginnen wollte. Nachdem er mich abgesetzt hatte, schaffte ich es aber gerade einmal, ca. 500 m zu gehen, ab dort war dann der offizielle Wanderweg für den heutigen Tag jedoch leider abgesperrt wegen einer Autorallye... Sehr ärgerlich, zumal es einer der wenigen offiziellen Wanderwege auf Faial überhaupt war. Mir blieb also leider nichts anderes übrig, als umzudrehen und zu Fuß den Weg über die Asphaltstraße zum Vulkan zu gehen, wo ich mich dann mit meinem Freund wieder traf, den ich telefonisch von Horta zurück bestellt hatte, wohin er erst noch mal gefahren war, denn eigentlich wollten wir uns erst viel später wieder am Vulkan treffen. Zwischenzeitlich fing es auch noch an zu nieseln, was der Stimmung nicht wirklich gut tat. Wir besichtigten gemeinsam dann erst einmal das Besucherzentrum des Vulkans Capelinhos, das zwar architektonisch interessant und gelungen war, unterhalb der Vulkanasche angelegt, aber von der Ausstellung her nur mäßig interessant und mit 10 € Eintritt pro Person doch recht überteuert. Vom Leuchtturm bzw. dessen Ruine aus hatte man aber noch einen schönen Überblick über die Landschaft, auch die Ruinen einiger beim Vulkanausbruch 1957 versunkener Häuser konnte man sehen. Danach fuhren wir entlang der Nordküste zurück nach Horta mit zwei Stopps am Miradouro Ribeira das Cabras und am Walausguck Cabeço da Vigia, ehe wir gegen 19 Uhr zurück im Hotel waren. Zum Abendessen ging es in das Restaurant „Medaillon“, urig und azorentypisch, auch recht lecker, wobei mir meine Muräne, die ich zum ersten Mal probierte, ansonsten nicht wirklich gut schmeckte, da sie doch recht fettig war, viele Gräten hatte, die sich kaum entfernen ließen, insgesamt würde ich Muräne nicht noch einmal essen, auch, wenn sie dann doch recht preiswert war. Zur Belohnung gab es zum Nachtisch einen umso köstlicheren Maracujapudding...!

Sonntag, 16.06.2013: Walfangmuseum, Horta am Abend

Der letzte Tag auf Faial, und wieder war uns das Wetterglück nicht hold. Nachdem gestern die Wanderung zum Vulkan Capelinhos wegen der Rallye nicht geklappt hatte, sollten heute wieder in den Nebel gehüllte Berge die Wanderung und auch jegliche Blicke in die große Vulkancaldera in der Mitte der Insel verwehren. Morgens bzw. vormittags gab‘s auch im Tal bzw. am Meer noch Wolken und kleinere Regenschauer, die Caldera trug auf einer Höhe von 800 m jedoch den ganzen Tag über eine Nebelmütze, auch später noch, als sich das Wetter im Tal schon gebessert hatte. Zweimal fuhren wir von Horta aus hoch zum Kraterrand in guter Hoffnung, warteten auch mal eine halbe Stunde am Kraterrand, alles war aber durchweg in Nebel gehüllt, sodass uns nicht nur die Wanderung um den Krater versagt blieb, sondern auch jegliche Blicke auf den Boden desselben, wie schon bei den Seen auf Flores – schade! Wir verbrachten stattdessen einen Vor- und Nachmittag jeweils mit Spaziergängen durch Horta, bestaunten nochmals das wirklich schöne Stadtbild, sahen uns die prachtvolle Hauptkirche Igreja Matriz São Salvador von innen an, tranken Kaffee und aßen Kuchen im „Café International“, einem schönen Art déco-Café von 1926, außerdem besuchten wir nachmittags noch das Museum in der alten Walfabrik, klein, aber interessant mit alten Originalmaschinen. Danach spazierten wir auf den daneben liegenden Hügel Monte da Guia und genossen einen letzten Blick auf die Stadt, die Caldera mit Wolkenhaube und die Insel Pico, wo der höchste Berg des Archipels gänzlich frei lag! In der Ferne war sogar São Jorge zu sehen. Zum Abendessen waren wir im Lokal „Campus“, wo es zwar lecker war, wo wir aber leider über eine Stunde aufs Essen warten mussten, was den Genuss dann doch schmälerte. Zur Verdauung schlossen wir noch einen kleinen Abendspaziergang durch das heimelig erleuchtete Horta an, ehe wir gegen 22:40 Uhr wieder im Hotel waren.

Montag, 17.06.2013: Caldera, Schiffsüberfahrt nach Pico

Abreise von Faial auf die Nachbarinsel Pico. Unser Schiff ging erst um 10:30 Uhr und da wir unsere Sachen schon gepackt hatten, waren wir nach dem Frühstück bereits um 8:40 Uhr mit allem fertig. Wie es das Schicksal so wollte, hatten wir heute nun erstmals auf Faial tolles Wetter und strahlend blauen Himmel, so nutzten wir die verbleibende Zeit für eine dritte, kurze Fahrt hoch zur Caldera (eine Strecke 16 km, d.h. 20 Minuten Fahrzeit). Zum ersten Mal sahen wir nun doch noch den riesigen, 2 km breiten und ca. 400 Meter tiefen Einsturztrichter, der sich wirklich eindrucksvoll präsentierte. Die Umrundung auf dem Kraterrand zu Fuß wäre sicher auch toll gewesen, aber wir waren schon froh, dass wir den Krater heute überhaupt noch wenigstens einmal bestaunen konnten. Die Fährüberfahrt fand pünktlich statt, war trotz eigentlich recht ruhiger See und Windstille bei dem kleinen Bötchen recht „lustig“, aber übel wurde uns beiden zum Glück nicht.