Mo., 22.02.16: Fahrt in den Süden

Gegen 15 Uhr war Abfahrt und durch grüne Landschaften kamen wir nach etwa 2 Stunden in Unawatuna bei Galle an nach zügiger Fahrt über die neue Autobahn. Unterwegs an einer Raststätte kaufte ich Snacks und zog Geld an einem Geldautomat mit Maestro-Karte (klappte aber erst am dritten der ganzen, dort in Reih und Glied aufgestellten Automaten). In Unawatuna hatten wir im Silva Rest Guest House eine sehr schöne, teilweise sogar etwas stylishe, wenn auch eher einfache Unterkunft, man konnte sich hier aber wirklich wohl fühlen, sehr empfehlenswert, kein Vergleich zur letzten! Nach dem Abendessen habe ich noch Kollegen angerufen, der gerade zufällig auch in Unawatuna waren und habe mich mit ihnen am Strand getroffen – wie klein ist doch die Welt! Gegen 22 Uhr war ich wieder im Hotel, es gab hier ein paar Mücken, aber auch ein gutes Moskitonetz, so dass ich unbesorgt rasch einschlafen konnte.

Di., 23.02.16: Galle und Unawatuna

Vom Zeitplan her ist der Urlaub eher entspannt, wieder war erst um 10 Uhr die Abfahrt vorgesehen. Es ging zuerst zum Tempel Ashwattharamaya, einem „Partner-Kloster“ der Karuna Samadhi-Organisation bei Galle, wo einer der Mönche 50jähriges Jubiläum hatte, das mit ca. 20 anderen Mönchen gefeiert wurde. Zunächst gab es wieder eine Andacht, als alle Mönche im Speisesaal Platz genommen hatten, das dauerte bestimmt 30 Minuten, mehrere Mönche hielten Reden, sprachen Gebete oder sangen. Danach wurde von Gläubigen das Essen verteilt, nachdem die Mönche aufgegessen hatten und die Reste verpackt waren erhielt jeder Mönch noch 1 Robe und 1 Bettelschale als „symbolisches“ Geschenk, bis die Mönche nach und nach per Tuk-Tuk wieder abreisten. Gegen 13 Uhr erhielten dann auch wir unser Essen, wieder sehr üppig, z.T. sehr lecker und auch wieder mal sehr scharf. Besonders gut schmeckten mir scharfe Auberginen mit Tamarindensirup sowie feste Fischwürfel mit einer leckeren Panade. Auch der Nachtischteller war üppig, bestimmt ca. 10 Teile, eines süßer als das andere, aber z.T. wirklich nicht schlecht.

Nachdem wir noch eine Spende für den Tempel gesammelt hatten fuhren wir schließlich weiter nach Galle, dort parkten wir im Süden der Altstadt an der Festungsmauer und hatten leider nur 1.5 Stunden Zeit für Besichtigungen der sehr hübschen, stark im kolonialen Stil erbauten Stadt, fast wie in Portugal, kaum asiatisch, aber leider auch sehr touristisch. Ich drehte eine halbe Runde auf der Festungsmauer Richtung Norden bis zum Einfallstor und ging von dort zurück kreuz und quer durch die Altstadt, besichtigte die beiden Kirchen, wobei mir die holländisch-protestantische mit Grabplatten im Boden besser gefiel. Die Häuser selbst beherbergten fast ausschließlich Hotels, Restaurants, Souvenir- und Edelsteinläden, so wirkte alles nicht wirklich bewohnt, fast eher etwas museal, das eigentliche, srilankische Leben spielte sich vor den Toren der Altstadt in der Neustadt ab, wie wir vom Bus aus auf der Rückfahrt sahen.

Zurück im Hotel nutzte ich die Zeit mal für einen Spaziergang den Strand entlang nach Westen bis zum Tempel, der teils buddhistisch, teils hinduistisch war, von einem selbst ernannten Tempelführer erhielt ich noch ein hinduistisches Segnungsritual mit Pfauenfeder, für das dann natürlich auch gleich eine Spende erbeten wurde. Die Aussicht von oben auf die Bucht von Unawatuna war toll, die nach Galle nicht so sehr, da das doch recht weit weg lag. Auch der Sonnenuntergang, pünktlich um 18:23 Uhr, war nicht so wirklich spektakulär. Im Hotel gab’s noch ein wenig Obst am Abend (ich war noch voll vom Mittagessen), später bot Bhante eine Abendmeditation an, die ich mitmachte, eine interessante Erfahrung, aber am Ende taten mir vom Schneidersitz fast alle Knochen weh, außerdem hatte ich unglaublichen Durst auf etwas Süßes, also lief ich nochmal kurz die Straße auf und ab und fand zum Glück einen noch offenen Laden, wo ich eine Fanta kaufen konnte, mit der ich den Tag beschloss.

Mi., 24.02.16: Matara und Yala-Nationalpark

Für heute war eine längere Fahrstrecke angesagt (2 x 3 Std.), da unser Ziel, der Yala-Nationalpark, ein ganzes Stück weiter östlich liegt,. Tatsächlich wurde es der bisher längste Tag, insgesamt 14 Stunden auf Achse. Abfahrt war um 9 Uhr, zunächst ging es über die Autobahn bis Matara, dort am Busbahnhof bzw. an den Markthallen stoppten wir kurz und besichtigten einen kleinen Tempel, der auf einem Inselchen vor dem herrlichen (Stadt-) Sandstrand gelegen war mit schöner Aussicht. Für eine Spende von RS 100, die ich wie die meisten hinterließen, gab’s sogar eine Quittung! Die Weiterfahrt führte ab jetzt über Landstraßen, war aber noch gut befahrbar bei gutem Straßenbelag (zumindest außerhalb der Ortschaften…), Mittagspause machten wir im Wawala Inn in Ambanthota, von außen nur Singhalesisch beschriftet, es gab sehr, sehr leckeres All-you-can-eat-Buffet für nur RS 250 (= 1,50 €!). Schließlich ging’s weiter nach Tissamaharama. Dort sind wir erst um die große Dagoba gelaufen (Beton wird barfuß in der Sonne echt heiß!), dann in den Ort gefahren, wo wir auf 2 Jeeps umstiegen (so hatte jeder einen „Fensterplatz“) und mit diesen ging es dann noch mal ein Stück weiter in den ca. 20 km entfernten Yala-Nationalpark. Abfahrt in Tissamaharama war um 14:10 Uhr, abends zurückgekehrt sind wir um 18:30 Uhr, dazwischen hatten wir also ungefähr Zeit für etwas > 3 Stunden Safari. Der Park war ähnlich wie die indischen Parks, die ich schon gesehen hatte, wenn auch nur mit eher niedrigem, aber recht dichtem Bewuchs, daher nicht so ideal für Tiersichtungen. Dazwischen gab es aber große Freiflächen, v.a. an den Wasserlöchern, wo man die Fauna doch ganz gut beobachten konnte. Leider sahen wir keine Leoparden, aber doch eine ganze Anzahl Tiere: 2 Elefanten, zig Wasserbüffel, mehrere Krokodile, King Fisher, Bienenfresser, Nimmersatts, sehr viele Pfauen und Reiher, Axishirsche, ein paar Mungos, alles in allem recht schön, auch landschaftlich, aber leider waren hier doch sehr viele Autos unterwegs, mehr noch als in Indien, dadurch konnte man Ruhe und Einsamkeit mit den Geräuschen der Natur hier kaum genießen – schade! Einmal gab es einen richtigen Jeep-Auflauf, angeblich war da ein Bär gesichtet worden, wir hatten dann aber leider kein Glück mehr, der hatte sich wahrscheinlich schon längst über alle Berge getrollt bei so vielen neugierigen Touristen! Etwa nach der Hälfte der Zeit legten wir eine kurze Pause an einem Rastplatz am Strand ein (wie zeitgleich auch alle anderen Fahrzeuge, so schien es), aber so konnte man sich wenigstens mal die Beine vertreten und auch ins Gebüsch verschwinden, ansonsten war das Aussteigen aus dem Jeep im Nationalpark ja untersagt. Auf der Rückfahrt, bei einbrechender Dunkelheit, wurde unser Fahrer immer hektischer und schneller, fuhr schließlich in einem fast „selbstmörderischen“ und aggressiven Stil, überholte riskant, normalerweise hätte das für mindestens dreimal Führerscheinentzug gereicht, wir waren alle nur froh, als wir wieder heil im Ort ankamen. Im Dunkeln ging’s zurück, unterwegs kauften wir noch an einem der vielen Straßenstände frischen Büffeljoghurt, der mit Palmsirup ausgesprochen lecker schmeckt, ins ganz Sri Lanka erhältich, aber hier offensichtlich besonders intensiv produziert wird. Abendessen nahmen wir wieder im Wawala Inn zu uns, weil’s da mittags so lecker war, ich trank noch ein Ingwerbier, an das ich mich hier so langsam gewöhnt hatte, und im Hotel kamen wir abends k.o. gegen 23 Uhr wieder an. Nachdem den ganzen Tag die Sonne schien schüttete es bei unserer Rückkehr wie aus Eimern, da hatten wir großes Glück, dass das nicht eher und weiter östlich runterkam.