Do., 15.11.2018: Ankunft in Aqaba

An der Zollstation, die man vor Einfahrt in die zollfreie Zone von Aqaba passieren musste, wurden wir als deutsche Touristen freundlich durchgewunken und kamen dann nach nur kurzer Fahrt am Roten Meer an. Zur Orientierung machten wir zunächst eine kleine Stadtrundfahrt mit Erläuterungen durch Adnan, ehe wir unser Hotel, das „Captain’s“, erreichten. Mein Zimmer war recht klein, hatte aber einen Balkon mit Aussicht, was mich dann wieder versöhnte. Der Blick ging Richtung Eilat in Israel, ich war wirklich überrascht, wie nahe die Städte Aqaba und Eilat hier beieinander liegen. Wir bekamen zunächst ein Mittagessen (sehr leckere Dorade) und erkundeten später zu Fuß mit mehreren Leuten die Altstadt, nichts Weltbewegendes, aber doch ganz nett zum Schauen, ein paar erste Souvenirs kaufte ich auch, außerdem tranken wir einen leckeren, frisch gepressten Saft, leider bekam ich später (und auch noch am nächsten Tag) ziemliches Bauchzwicken, ich weiß nicht, ob das vielleicht von diesem Saft kam… Zum Abendessen waren wir wieder im Hotel, das Essen war okay, diesmal wieder in Buffetform, wenn auch nicht ganz so gut wie das Mittagessen. Ziemlich erschöpft ging es anschließend aufs Zimmer, Lust, nochmal raus zu gehen, hatte ich nicht, so fing ich schon mal an, für den Rückflug umzupacken und ging dann irgendwann ins Bett.

Fr., 16.11.218: Aqaba

Der letzte, volle Tag des Urlaubs brach an. Eigentlich hatte ich es bei der Planung der Reise doof gefunden, dass wir einen ganzen Tag in Aqaba ohne besondere Sehenswürdigkeiten verbringen sollten, aber im Nachhinein war das doch ein schöner Abschluss des Urlaubs. Vorgesehen war vom Programm her, dass wir mit einem Shuttlebus zum Berenice Beach Club, einer Strandanlage südlich der Stadt, fahren und dort den Tag verbringen, was wir dann auch alle machten. Es handelte sich hierbei um einen abgeschlossenen Badestrand mit einigen vorgelagerten Riffen, für den man auch Eintritt zahlen musste und der dementsprechend überhaupt nicht überlaufen war. Da wir recht früh dort waren, konnten wir uns Liegen in der 1. Reihe sichern und verbrachten ca. 6 Stunden dort mit Blick aufs Meer sowie nach Israel und Ägypten am gegenüberliegenden Ufer. Es reizte mich sehr zu schnorcheln, aber nach dem Debakel in Kuba im Vorjahr, wo ich irgendwie mit der Maske gar nicht klar kam, wollte ich nicht wieder Geld ausgeben und dann nichts davon haben, also verzichtete ich erstmal drauf. Netterweise boten mir einige Mitreisende, die sich Masken ausgeliehen hatten, an, ihre Ausrüstung mal auszuprobieren, nachdem sie ihre ersten Runden gedreht hatten und ganz begeistert waren von dem, was man unter Wasser sah. Ich versuchte ein paar Tauchgänge, bekam aber immer wieder Wasser in die Brille und dann rasch auch „Panik“, das muss ich zugeben. Aber ich gab die Versuche nicht auf, zog die Maske noch mal richtig fest an und auf einmal, bei gleichzeitiger, ruhiger Atmung durch den Schnorchel, immer bedächtig ein und aus, klappte es dann plötzlich doch und ich konnte zwei große, ausgedehnte Runden um das kleine Riff rechts und links vom Badesteg drehen. Auch wenn die Korallen z.T. schon kaputt waren, war es doch eindrucksvoll, was man hier sah! Ganz zuerst einige dicke Muränen und mehrere, hochgiftige Rotfeuerfische, die aber sehr träge zu sein schienen und die meiste Zeit unbeweglich an den Pfählen des Piers hockten. Ansonsten gab es noch viele andere, bunte Fische, Wimpelfische, Kaiserfische, Kofferfische, Clownsfische u.v.m. Besonders eindrucksvoll war auch ein riesiger Schwarm winziger Jungfische, sicher mehrere Tausend, beim Schwimmen durch diesen hindurch knisterte es regelrecht um einen herum, wie Strom, vermutlich durch das Aneinanderreiben von deren Flossen, keine Ahnung, aber es war ein tolles Erlebnis! Zu Mittag wurden wir auch hier wieder verpflegt, es gab das übliche Büffet und frisch gegrilltes Hähnchen bzw. Hackfleischspieße – sehr, sehr lecker!

Stündlich fuhr der Shuttlebus zum Hotel zurück, ich nahm den um 15 Uhr, da ich zum Abschluss des Aufenthalts in Aqaba noch eine Fotorunde durch die Stadt drehen wollte, was ich dann auch tat. Da Freitag war, der heilige Tag der Moslems, hatten alle frei und es herrschte v.a. am Stadtstrand ein entsprechend reges Treiben. Ich schoss noch ein paar Fotos vom Strand, vom Blick nach Israel, vom (kleinen) Souk der Stadt und der Moschee, ehe es zu dunkel wurde und ich wieder zum Hotel zurückging. Dort gab es dann noch eine Überraschung, auf dem Nachtmarkt, der jeden Abend neben dem Hotel öffnete, gab es heute nämlich ein Bühnenprogramm mit einem Beduinenchor, der auf den ersten Blick zwar vielleicht etwas monoton sang, einzelne Strophen wurden immer und immer wiederholt, aber ich fand die Darbietung auch irgendwie hypnotisierend und faszinierend. Schließlich bekamen wir unser letztes Abendessen auf der Dachterrasse des Hotels, Adnan wurde sein Abschiedsbrief mit den Trinkgeldern überreicht und in Anbetracht der uns bevorstehenden, kurzen Nacht ging es dann auch bald ins Bett.

(Für die Unterwasserfotos vielen Dank an meine Mitreisenden Alexandra und Hermann!)

Sa., 17.11.2018: Rückflug

Schon um 4:15 Uhr ging mein Wecker, und auch der zur Sicherheit beauftragte Weckdienst des Hotels funktionierte. Nach dem Duschen trafen wir uns in der Lobby, wo zumindest Kaffee und Muffins serviert wurden. Um kurz nach 5 Uhr fuhren wir dann die kurze Strecke zum Flughafen, mussten uns dort leider von Adnan verabschieden und checkten ein. Mit den Sicherheitskontrollen nahmen sie es sehr genau, das Handgepäck wurde 2x durchleuchtet, vor und nochmal nach dem Einchecken! Ansonsten war nicht viel los, unser Flieger war der einzige, der zu dieser Zeit hier abging. Pünktlich um 7:40 Uhr hob der (nur halbvolle) Dreamliner ab, und über das Wadi Araba, die Südausläufer der Toten Meeres und die Wüste landeten wir nur eine halbe Stunde später nach ruhigem Flug in Amman. Dass unser Anschlussflug nach Deutschland Verspätung haben sollte, haben wir schon am Morgen von Adnan erfahren, leider sollte das im Weiteren ein ziemlich langer Tag werden…! Uns wurden an 3 Monitoren 3 Abflugszeiten genannt: 9:50 Uhr (die offizielle Zeit), 13:30 Uhr und 15:00 Uhr (oder so ähnlich…) – na, was galt denn nun? Wir suchten und fanden mit Mühe ein Kundenservice-Büro der Royal Jordanian, wo man uns zuerst mal Essensgutscheine gab und uns auf später vertröstete. Wir lösten die Gutscheine bei Subway ein, warteten und warteten, die Zeit an den Monitoren rückte dabei leider immer weiter nach hinten, erst 16:30 Uhr, dann 17:30 Uhr… Nochmal gab es weitere Essensgutscheine, uns wurde sogar angeboten, ein Tageszimmer in einem Hotel zu nehmen, das wollten wir dann aber doch nicht. Zum Glück war ich ja nicht allein, so verging die Zeit einigermaßen schnell. Irgendwann war dann aber doch Aufruf zum Boarding, wir stiegen in eine Maschine, die kurz zuvor aus Paris gekommen war, denn unsere eigentliche, aus Frankfurt erwartete, hatte offensichtlich einen technischen Defekt. Es dauerte 1 weitere Stunde, ehe wir abdockten, so dass wir mit über 8 Stunden Verspätung schließlich losflogen. Der Flug war unspektakulär bis auf die Tatsache, dass es wieder mal nur ein sehr maues Essen und kaum Getränke gab, dafür der Flieger wieder extrem warm aufgeheizt war, und um 21:50 Uhr Ortszeit landeten wir schließlich in Frankfurt – hurra! Mehrere Mitglieder meiner Reisegruppe, die weiter entfernt wohnten, sollten keinen Zug mehr nach Hause bekommen, ich erwischte zum Glück noch einen, da mein Gepäck sehr früh auf dem Band erschien, ich kaum auf den Shuttlebus von Terminal 2 zum Bahnhof warten musste und dort auch noch einen Sprint mit Reisetasche einlegte. Außerdem hatte der Zug – Deutsche Bahn sei Dank! – 10 Minuten Verspätung, sonst hätte ich ihn nicht mehr gekriegt! Leider – und das war jetzt wieder ein Nachteil – nahm der Zug die Rheinstrecke, auf der Schnellstrecke über Limburg wurde offensichtlich gebaut, daher dauerte die Fahrt nach Hause über drei Stunden statt knapp zwei wie sonst üblich, erst gegen kurz nach 2 Uhr konnte ich erschöpft in mein eigenes Bett fallen!

Ob es mir gefallen hat? Ja, in der Summe war es ein schöner Urlaub mit eindrucksvollen Landschaften und gut erhaltenen, historischen Sehenswürdigkeiten, wenn mich auch das Land nicht so „geflasht“ hat wie der Oman einige Jahre zuvor, dennoch würde ich eine Reise nach Jordanien durchaus weiter empfehlen oder auch selbst wiederholen, denn es gibt noch zahlreiche, weitere Ecken im Land, die ich in der begrenzten Zeit der zurückliegenden 14 Tagen nicht alle besuchen konnte, an einigen Stellen hätte ich mich gerne auch noch durchaus etwas länger aufgehalten. Shukran, al-Urdunn! (Danke, Jordanien!)