Montag, 25.11.2013: Varanasi

Wir checkten erstmal ein in unser Hotel Meraden Grand, das durchaus recht gut war, wenn auch ca. 4 km von den Ghats entfernt. Im Hotel aßen wir auch lecker zu Mittag, ehe um 16 Uhr Abfahrt war in Richtung des Ganges und zu den dortigen Ghats, den Terrassen an seinem Ufer. Zuerst ging es ein Stück mit dem Bus, irgendwann war die Weiterfahrt aber gesperrt und wir stiegen auf Fahrradrikschas um, ein echtes Erlebnis! Teilweise ging’s zügig, teilweise aber auch im Stop and Go durch den dichten Verkehr, vorbei an Tausenden Fußgängern, überholt von zig Motorrädern und PKWs. Schließlich war auch hiermit Schluss und die letzten ca. 1000 Meter gingen wir zu Fuß, bis wir den Dasaswamedh-Ghat erreichten. Vorbei an zahllosen Händlern, Handlesern und falschen Mönchen bestiegen wir ein Boot, das uns den Ganges erst aufwärts und dann wieder abwärts zu den Verbrennungsstätten brachte. Während an den Badeghats nicht mehr so viel los war, herrschte an den Verbrennungsghats Hochbetrieb, mehrere Scheiterhaufen loderten, viele Leute waren anwesend, ständig wurden neue, in Tücher gewickelte Leichen gebracht, anfangs – die Sonne war inzwischen untergegangen - war es noch dunkel im Schein der Feuer, später wurden dann aber Flutlichter angemacht, die die Szenerie etwas erleuchteten, die ganze Situation hatte für uns alle eine ergreifende Stimmung und sorgte für einen magischen Moment, trotz oder auch wegen der Tatsache, dass uns dieser Totenkult doch sehr fremd ist. Dass man hier nur aus größerer Entfernung Fotos machen durfte ist sicher völlig verständlich und auch wir hielten uns hier an die Empfehlungen von Ankit. Auf dem Rückweg setzten wir alle noch kleine Kerzen ins Wasser, die wir vorher für je Rs 10 gekauft hatten und die dann mit unseren Wünschen den Fluss hinunter trieben. Zurück am Ausgangspunkt der Bootstour hatten sich schon zahlreiche andere Boote versammelt für die um 18 Uhr beginnende Ganga Aarti-Zeremonie, bei der allabendlich Priester (in stets ungerader Zahl) ein Ritual mit ständigem Glockengeläut (auf Dauer etwas „nervig“ für unsere Ohren…), leicht angepoppten Gesängen und viel Feuer und Gestik abhielten, was zwar lt. Ankit etwas in die Länge gezogen und touristisch „aufgepeppt“ war (die Zeremonien wurde jeweils in alle 4 Himmelsrichtungen wiederholt), aber doch, auch trotz der Menschenmenge, sehr eindrucksvoll. Nach 1 Stunde, kurz vor dem Ende der Zeremonie und bevor der Rückkehrbetrieb der Touristenmassen einsetzte, stiegen wir vom Boot, liefen zurück zu unserer Rikscha, fuhren mit dieser zum Bus, zahlten pro Person für Hin- und Rückfahrt Rs 100 (ca. 1,20 Euro) und fuhren dann mit dem Bus in ein anderes Hotel zum Abendessen. Ich aß hier vegetarische Kartoffel-Bananen-Taler mit weißem Mohn (Gulnar Ke Kebab) und trank Limonade mit frischem Ingwer und Zitrone, alles sehr lecker und auch günstig (Rs 330 inkl. Trinkgeld, also keine 4 Euro). In unserem Hotel zurück waren wir schließlich, nachdem wir noch an mehreren Hochzeitszügen vorbei mussten, gegen 22:30 Uhr. Die Umzüge waren übrigens sehr lustig, viel Lärm, hunderte Leute, z.T. für unseren Geschmack kitschig-bunt geschmückte Wagen und als Vorhut ein laut knatternder Generator, der das Ganze zum Leuchten brachte über ein Kabel, das um den Umzug zur Stromversorgung herum verlief, alle paar Meter unterbrochen von Lampenträgern mit allen Arten elektrischer Beleuchtung auf dem Kopf vom Pseudo-Kronleuchter bis hin zur blanken Neonröhre! Da es am nächsten Tag wieder früh raus ging, ging ich bald zu Bett, schrieb zuvor aber noch mein Tagebuch, da sich heute doch sehr viel Schönes und Eindrucksvolles ereignet hatte, Dreck, Lärm und Chaos in Varanasi zum Trotz (wobei man den Dreck abends im Dunklen zum Glück dann nicht mehr sah!) Das Licht machte ich gegen 23 Uhr aus.

Dienstag, 26.11.2013: Varanasi

Eine ganz, ganz kurze Nacht lag hinter mir, als der Wecker um 4:15 Uhr klingelte, zumal ich gestern trotz Müdigkeit wegen des Lärms in meinem nach vorne liegenden Zimmer noch einige Zeit brauchte, um einzuschlafen. Um 4:45 Uhr fuhren wir vom Hotel mit dem Bus ab, und um 5:30 Uhr waren wir schließlich wieder am Dasaswamedh-Ghat, dort, wo wir am Vorabend der Zeremonie beiwohnten. Wieder bestiegen wir dasselbe Boot und fuhren erst stromaufwärts bis zum Harishchendra-Ghat, einem anderen Verbrennungsghat, und dann wieder stromabwärts bis zum Manikarnika-Ghat, wo wir gestern die Verbrennungen beobachteten. Anfangs war es noch stockfinster, trotzdem badeten schon viele Gläubige im kalten Fluss, Verbrennungen hatten noch nicht wieder begonnen, es glommen nur noch die Aschereste vom Vortag an den Scheiterhaufen. Gegen 6:30 Uhr trat die Sonne über das (unbebaute) Ostufer des Ganges, was ein schönes Bild abgab, trotz allem fand ich die Stimmung abends, auch wegen des größeren „Rummels“ eindrucksvoller als die am Morgen. Wir machten dann noch einen Spaziergang durch die engen und verwinkelten Gassen der Altstadt von Varanasi, wo aber wegen der frühen Morgenstunde – es war inzwischen etwa 7 Uhr – die Geschäfte fast alle noch geschlossen hatten, trotzdem waren überall schon Menschen unterwegs, selbst morgens um 5 Uhr, als wir noch im Dunklen an einem Gemüsemarkt vorbei kamen, herrschte schon rege Betriebsamkeit! Schließlich erreichten wir wieder unseren Bus und machten noch eine Rundfahrt durch das Universitätsgelände und einen Besuch in einem der „Mutter Indien“ geweihten Tempel, der zwar ein schönes, dreidimensionales Kartenrelief des Landes in ca. 35 qm Größe zeigte, insgesamt waren diese beiden Programmpunkte aber nicht besonders interessant und eigentlich überflüssig, zumal unser Busfahrer mal wieder den Weg nicht kannte und wir uns x-mal verfuhren… Gegen 10 Uhr waren wir wieder im Hotel, frühstückten das bisher mit Abstand beste Frühstück der Reise, holten 1 Stunde den versäumten Schlaf nach, dann duschte ich und um 12 Uhr trafen wir uns ohne Reiseleiter in der Lobby des Hotels, um per Tuktuk nochmal in die Stadt zu fahren. Pro Person (4 pro Tuktuk) kostete das hin und zurück jeweils Rs 50, Absetzen ließen wir uns am Harishchendra-Ghat, zurück ging’s ab der Altstadt, dazwischen machten wir einen gemütlichen Spaziergang die Ghats entlang. Zuerst schauten wir den Verbrennungen am Harishchendra-Ghat zu, bei denen wir unmittelbar dabei sein konnten, viel näher als später am Manikarnika-Ghat, es brannten Stapel in verschiedenen Stadien, die einen waren gerade frisch entzündet, andere schon fast abgebrannt, eine Abschiedszeremonie wurde vorgenommen, neue Leichen wurden gebracht, ein ernstes, für uns teilweise befremdliches, im Volk aber tief verwurzeltes Ritual, das einen nicht unberührt lässt. Da eine Verbrennung hier sich besonders positiv auf die Seele des Verstorbenen auswirkt, lassen viele Angehörige ihre Toten von weither bringen, damit die Verbrennung am Ganges in Varanasi stattfinden kann. Natürlich herrschte auch hier wieder strenges Fotografierverbot aus der Nähe, das versteht sich aus Pietätsgründen von selbst. Danach gingen wir zunächst Richtung Norden entlang schöner und verfallender Paläste, an echten und falschen Priestern vorbei, die uns zu unterscheiden nicht immer leicht fiel, wir sahen badende Gläubige und dazwischen Wasserbüffel sowie Menschen, die im Fluss Wäsche wuschen, alles wirkte sehr ruhig hier und entspannt, wenn auch mit unseren Vorstellungen von Hygiene z.T. sicher nicht vereinbar. Am Tulsi Ghat machten wir Pause in einem Terrassencafé für Touristen, sehr hübsch gelegen, gibt es hier ansonsten leider so gut wie gar nicht, ich aß vegetarische Pakora und trank einen Lemon Soda. Anschließend liefen wir dieselbe Strecke wieder zurück, Richtung Süden, und dann weiter bis zum Manikarnika-Ghat, wo wir gegen 15 Uhr ankamen. Das Licht stand jetzt schon schön tief, vieles lag aber dadurch auch schon im Schatten der hoch aufragenden Paläste. Richtig voll (und auch etwas lästig wegen aufdringlicher Verkäufer) war es nur am Dasaswamedh-Ghat, dem Haupt-Anlaufpunkt für Touristen, ansonsten war es ein schöner und angenehmer Spaziergang. Zurück ging es wieder durch die Altstadt, diesmal mit deutlich mehr Betrieb als am Morgen, wobei leider auch hier z.T. Fotografierverbot herrschte wegen der Furcht vor Anschlägen infolge Streitereien um einen Moscheebau, es standen an jeder Ecke bewaffnete Soldaten herum. Dreimal kamen einem in den engen Gassen noch Leichenträger mit Trauergemeinde auf ihrem Weg zum Ghat entgegen, bis wir schließlich die Hauptstraße erreichten, ein Tuktuk nahmen und in 15 Minuten rasanter, teils halsbrecherischer Fahrt wieder zurück im Hotel waren. Es blieb Zeit zum Erholen und Tagebuchschreiben, ehe wir uns um 19 Uhr wieder trafen und zusammen mit Ankit zum Abendessen in das Restaurant auf der Dachterrasse des Hotels Eden kurz vor der Altstadt von Varanasi fuhren. Das Essen war lecker, wenn auch nicht sehr warm, die Luft lau und die Stimmung, trotz Dauergehupe von unten, sehr schön. Nachdem der Bus uns beim Hotel wieder abgesetzt hatte, nahmen wir noch einen „Absacker“ im Hotel, ich hatte einen Drink mit dem passenden Namen „Sunset on the Ganges“, bestehend aus schwarzem Tee, Orangensaft, etwas Limettensaft, Zuckersirup und Zimtpulver. Um 23:15 Uhr ging es schließlich wieder aufs Zimmer.

Mittwoch, 27.11.2013: Sarnath

Heute konnten wir ausschlafen, wenn ich auch von dem Straßenlärm trotzdem schon wieder um 6 Uhr geweckt wurde, aber ich döste noch ein wenig, wir frühstückten alle gemütlich und um 9 Uhr war Abfahrt nach Sarnath, 10 km nördlich von Varanasi, einem der vier heiligsten Orte des Buddhismus, da Buddha hier im sog. Gazellenhain nach seiner Erleuchtung zum ersten Mal predigte und so das „Rad der Lehre“ in Bewegung setzte. Da der Busfahrer auch heute mal wieder den Weg nicht wusste, gurkten wir erst ein wenig umher, bis wir nach ca. ¾ Stunde am Ziel ankamen. Hier standen schon jede Menge Reisebusse herum, wie zu erwarten v.a. thailändische, japanische und koreanische „Pilger“ buddhistischen Glaubens, die den Ort aufsuchten und dort auch beteten, z.T. mit Mikros und tragbaren Lautsprechern, damit „alle etwas davon haben“, was die Ruhe und Andacht des Ortes doch etwas störte, aber das wird in Asien ja teilweise anders gesehen als bei uns. Die Anlage selbst bestand v.a. aus Ruinen, z.B. auch der bekannten Ashoka-Säule, deren Rad sich auch im Nationalwappen Indiens wiederfindet. Insgesamt war es hier aber nicht wirklich spektakulär, der Ort lebte eher von seiner Geschichte und von der typischen Atmosphäre eines Pilgerortes. Nervig waren die vielen jungen Verkäufer, die einen überall anredeten und einem etwas andrehen wollten, auch auf dem eigentlichen, umzäunten Gelände, das war hier neu, ansonsten mussten sie sich, bisher überall in Indien, außerhalb der eigentlichen, zu besichtigenden Anlage aufhalten, hier aber hatten sie offensichtlich überall freien Zugang. Als nächstes schauten wir uns noch einen direkt daneben liegenden, buddhistischen Tempel an, den Mulagandha Kuti Vihara, der von Singhalesen erbaut worden war, wobei ich schon eindrucksvollere, buddhistische Tempel gesehen habe, wenn auch dieser im Inneren mit Darstellungen aus dem Leben Buddhas verziert war, die zwar nicht schön, aber interessant waren. Nebenan stand noch ein riesiger Bodhi-Baum, der „Ableger eines Ablegers“ des Baumes, unter dem Buddha erleuchtet wurde. Danach folgte ein Schnelldurchgang durch das archäologische Museum mit einer gut überschaubaren Anzahl buddhistischer und hinduistischer Ausgrabungsstücke aus Sarnath, u.a. auch dem gut erhaltenen Original-Kapitell der Ashoka-Säule. Hier hätte man gut und gerne über eine Stunde verbringen können, leider blieben uns nur ca. 10 Minuten Zeit, denn zum Abschluss folgten noch 5 Minuten Besichtigung eines vor wenigen Jahren neu eröffneten, thailändischen Tempels mit einer riesigen Buddhastatue. Alles in allem: ein interessanter Ausflug mit Einblicken nach Sarnath im Schnelldurchlauf, die ich alleine, ohne die Gruppe, sicher auf das Doppelte der Zeit ausgedehnt hätte. Sei’s drum, gelohnt hat es sich trotzdem. Mehr Zeit wäre meines Erachtens nach auch deshalb drin gewesen, da wir für den Rest des Tages gar kein Programm mehr hatten. Gegen 12:30 Uhr waren wir wieder im Hotel, aßen zu Mittag und kauften (überteuerte) Lunchpakete für den Abend, bis 13 Uhr hatten wir schon ausgecheckt und lümmelten jetzt in der Lobby rum, die Zeit hätten wir eigentlich besser in Sarnath verbringen können. Um uns nochmal zu bewegen, machten wir (ohne Reiseleiter) einen Spaziergang für ca. 1 Stunde die Hauptstraße entlang Richtung Innenstadt bzw. wieder zurück, wo man ein letztes Mal einen Eindruck vom lauten, chaotischen, ärmlichen und doch bunten Leben hier in Varanasi bekam.

Mittwoch, 27.11. - Freitag, 29.11.2013: Rückreise

Um 17:45 Uhr war Abfahrt vom Hotel zum Bahnhof, wo ich mir noch ein Limca kaufte, die leckere, indische Zitronenlimo, die ich hier schon öfters getrunken hatte, bevor um 18:30 Uhr der Nachtzug Richtung Delhi starten sollte. Tatsächlich fuhren wir mit 30 Minuten Verspätung gegen 19 Uhr ab. Ich hatte zum Glück wieder ein Einzelbett am Gang, von diesem durch einen Vorhang abgetrennt, und keines in einem der Viererabteile, die nur als Ganzes durch den Vorhang vom Gang getrennt waren. Der Zug war etwas neuer als der letzte, aber auch dreckiger, und das Unangenehmste war die Klimaanlage, die mich die ganze Nacht von oben aus ca. 30 cm Entfernung anblies, so dass meine nie ganz abgeklungene Erkältung aus diesem Urlaub am nächsten Morgen wieder „aufblühen“ sollte… Ansonsten war es recht ruhig, bis um 22 Uhr waren alle schon wieder in den Kojen, nur wir Deutschen waren noch laut beim Uno-Spielen, das wir dann aber auch bald beendeten, zu Bett gingen, und um 23 Uhr schlief ich mit Ohrenstöpseln ein.

Diesmal schlief ich zwar durch, dafür aber nicht so lange, nämlich nur bis 5 Uhr, danach nickte ich nur noch mal kurz ein, trotz Fleece war es arg kühl durch die Klimaanlage (s.o.). Mit Überwindung und Desinfektionstüchern kam ich auch diesmal leider nicht um einen Gang auf das WC drum herum, schließlich überraschte uns Ankit um 7 Uhr mit der Nachricht, dass wir schon in Delhi seien, unsere Verspätung vom Vorabend also wieder rausgeholt hatten. Rasch packten wir unsere Sachen zusammen und um 7:30 Uhr fuhren wir in den Hauptbahnhof von Delhi ein. Die dienstbeflissenen Gepäckträger stürmten sofort wieder in den Zug und rissen sich um unser Gepäck, so dass wir selbst nur mit Mühe aussteigen konnten. Unser Bus wartete schon, und in einer langsamen und gemütlichen Fahrt ging es zu unserem heutigen Besichtigungspunkt, dem 2000-2005 erbauten, hinduistischen Tempel Swaminarayam Akshardam. Da dieser erst um 9:30 Uhr öffnete, hatten wir viel Zeit und mussten noch vor dem Tempel auf dem Parkplatz warten. Beeindruckend waren die Anlage an sich und der Parkplatz davor aber auch schon von außen, allein aufgrund ihrer Größe. War ich vorher etwas skeptisch bei der Ankündigung, dass wir einen modernen Tempel besichtigen sollten, der alte Bauweisen imitiert, so muss ich im Nachhinein doch sagen, dass der Besuch lohnenswert war, obwohl oder gerade weil die riesige Anlage auch einen Hauch von Disneyland versprühte trotz der Tatsache, dass es sich um einen aktiven Tempel handelt. Vorab extrem waren schon die Sicherheitsvorkehrungen, mit hinein nehmen durfte man quasi nichts, keinen Rucksack, keine Kamera, kein Handy, was auch mehrfach kontrolliert wurde, für die Warteschlangen waren Absperrgitter im Zickzack wie in Disneyland aufgebaut worden. Der Tempel selbst erinnerte von seiner Machart her an Khajuraho mit vielen (allerdings maschinell gefertigten) Skulpturen und lohnte den Besuch wirklich, auch wenn er nicht im Reiseführer stand. Man konnte hier auch mehr als die ¾ Stunde verbringen, die wir zur Verfügung hatten. Zum Abschluss gab es in der Tempelanlage noch einen leckeren Ingwertee, ehe uns der Bus wieder zu dem schon vom 1. Tag der Reise her bekannten Hotel Vaishree Boutique brachte. Kurz zuvor verließ uns unser Reiseleiter Ankit und fuhr mit dem Linienbus weiter nach Jaipur, seiner Heimatstadt. Auch wenn das Besichtigungstempo und die Zeitvorgaben manchmal etwas straff waren, z.T. ihm, z.T. aber auch dem Reiseverlauf zuzuschreiben, so hatten wir doch insgesamt großes Glück mit ihm als lokalem Guide, sowohl was sein Wissen, als auch seine Organisationsfähigkeiten betraf und die Art, wie er sich in die Gruppe einbrachte. Es gab deshalb auch ein gutes Trinkgeld von uns allen. Eigentlich hatte ich überlegt, nachmittags nochmal mit der Metro nach Delhi rein zu fahren zum Connaught Place zum Souvenirkauf, da mir aber so langsam die Rupien knapp wurden, ich mich wieder stärker erkältet fühlte, die Zeit begrenzt war und ich auch nicht unbedingt alleine losziehen wollte, fuhr ich stattdessen mit dem Rest der Reisegruppe um 14 Uhr ins nahegelegene Einkaufszentrum Ambiance Mall. Die Mall war allerdings voll mit Bekleidungsläden, wie jede Mall auf der ganzen Welt, der Besuch lohnte sich für mich nicht wirklich, Souvenirläden gab es keine und auch typisches, indisches Flair herrschte hier in keinster Weise, eingekauft wurde wohl auch eher von der finanziell besser gestellten, indischen Gesellschaft. Wir konnten aber im Foodcourt immerhin lecker essen, ehe wir wieder zurück ins Hotel fuhren. Dort angekommen packte ich den Koffer neu, wir aßen alle im Hotelrestaurant zu Abend und um 22 Uhr ging ich zu Bett für eine letzte, kurze Nacht.

Ein langer Rückreisetag lag vor mir, der auch wegen meiner Erkältung für mich recht strapaziös war, denn ich fühlte mich, auch wegen der zurückliegenden zwei kurzen Nächte doch recht mitgenommen. Um 3 Uhr ging der Wecker, vom Hotel bekamen wir noch ein kleines Lunchpaket, das wir kurz vor unserer Abfahrt um 4 Uhr in der Lobby verdrückten. Abgesehen von einer langen Schlange beim Einchecken (ca. ½ Stunde Wartezeit) ging dann im Weiteren aber alles flott und zügig ohne Anstehen von statten, auch wenn ich ungelogen Reisepass und Bordkarte bestimmt 10x an allen möglichen Stellen vorzeigen musste, zuletzt allein 3x beim Boarding, wir amüsierten uns alle so sehr darüber, dass selbst der Flughafenmitarbeiter bei einer der Kontrollen lachen musste und nur meinte „India crazy“… Offizielle Abflugzeit war 6:55 Uhr, angekommen in Istanbul sind wir ¼ Stunde vor der offiziellen Zeit schon um 10:30 Uhr. Während die Anschlussflüge aller anderen Mitreisenden nur etwas über 1 Stunde später starteten, hatte ich 4 ½ Stunden Zeit vor dem Weiterflug nach Düsseldorf, die ich mit Lesen und dem Genuss eines Chai Latte bei Starbucks verbrachte. Irgendwann 1 Stunde vor dem geplanten Abflug kam dann die Info, dass sich dieser um 1 ½ Stunden verzögerte, wegen Problemen mit der Maschine, wie sich später herausstellte. Auch die weitere Wartezeit musste ich also überbrücken, zur Belohnung hatten wir wenigstens trotz der kurzen Flugstrecke auf dem Weiterflug eine Maschine mit InFlight-Entertainment wie von Delhi nach Istanbul, so konnte ich wenigstens noch einen weiteren Film sehen, so dass die Zeit im Flugzeug dann schneller verging. Um 16:35 Uhr ging’s schließlich los, und 3 Stunden später um 18:40 Uhr MEZ (Zeitverschiebung) landete ich endlich in Düsseldorf. Mein Gepäck kam recht spät, zum Glück wurde ich schon am Ausgang abgeholt und um kurz nach 20 Uhr war ich endlich zuhause nach einem erlebnisreichen, phasenweise anstrengenden, aber trotzdem sehr schönen Urlaub in einem aufregenden und widersprüchlichen Land.