Mi., 21.06.17: West Thumb Basin, Old Faithful, Bisquit Basin, Midway Geyser Basin, Lower Geyser Basin

Abschied vom Grand Teton National Park. Wir fuhren weiter gen Norden, vorbei an vielen Zeugen eines Waldbrandes vor einigen Jahren, wobei das Unterholz schon wieder fleißig nachwuchs. Schließlich kamen wir zum Südeingang des Yellowstone National Parks, eines der Ziele unserer Reise, auf die ich mich besonders freute. Die Straße vom Süden in den Park hinein war überraschend schmal, kurvig und führte teilweise ziemlich nah an einem Canyonrand vorbei, nicht unbedingt was für schwache Nerven! Einen ersten Stop legten wir am West Thumb Geyser Basin ein, sehr schön mit ein paar tollen und farbigen Pools und dem Blick auf die Berge in der Ferne. Weiter ging es zum Old Faithful, dem wohl bekanntsten Geysir des Parks, hier merkten wir erstmals, wie sich Rummel im Yellowstone wirklich anfühlt. Der Parkplatz war riesig, so groß, dass wir zum Glück keine Probleme hatten, unser Vehikel abzustellen. Wir warfen einen Blick in die Halle des Old Faithful Inn mit seiner eindrucksvollen Holzarchitektur, direkt vor der Tür dort stand seelenruhig ein Bison, so nah, dass ein Ranger sich genötigt sah, die Fußgänger im großen Bogen herumzuleiten. Wenn man später im Visitor Center Filme sah, wie aggressive Bisons Menschen auf die Hörner nehmen und durch die Luft schleudern, weiß man auch warum! Da kurz danach der nächste Ausbruch des Old Faithful angekündigt war, blieben wir gleich dort, das Spektakel war ganz eindrucksvoll, die gebannt darauf starrenden Menschenmassen aber fast noch mehr! Wir kauften zunächst hier ein paar Souvenirs, ehe es weiter zum Bisquit Basin ging. Dort gefiel vor allem der Jewel Geyser und insbesondere der Sapphire Pool mit seiner leuchtend blauen Farbe. Auch die Bakterienrasen in ihren verschiedenen Brauntönen waren nicht nur aus der Ferne, sondern auch von Nahem betrachtet sehr eindrucksvoll, fast wie Korallen sahen sie an manchen Stellen aus. Weiter ging die Fahrt zum Midway Geyser Basin, hier wurde das Parken dann zu einer echten Herausforderung. Die Warteschlange reichte bis auf die Straße, mehrere Autos warteten dort aus Nord- und Südrichtung kommend, nur im Schneckentempo und im Reißverschlussverfahren ging es vorwärts auf den eigentlichen Parkplatz, sicher 15 Minuten mussten wir so warten, zum Glück parkte dann direkt vor uns ein riesiger Pickup aus, auf dessen Parkplatz wir passten, die eigentlichen Wohnmobil-Parkplätze waren nämlich nur sehr spärlich vorhanden und z.T. von Bussen zugeparkt, da passierte die ganze Zeit fast gar nichts! Auch später sollten wir immer wieder entdecken, das Wohnmobil-Parkplätze von Fahrzeugen zugeparkt waren, die eigentlich nicht dorthin gehört hätten, das ist wirklich ein Ärgernis in Anbetracht der teilweise sehr prekären Parksituation für Wohnmobile in den vielbesuchten Nationalparks wie Yellowstone oder später Rocky Mountains. Die Grand Prismatic Spring am Midway Geyser Basin war wirklich eindrucksvoll groß, leider wurde auf dem Hügel nebenan gerade ein Aussichtsplattform gebaut, so war dieser gesperrt, wir konnten nicht dorthin, was schade war, denn wirklich gut lassen sich die Dimensionen der Quelle und deren Farbpracht nur aus der Vogelperspektive bestaunen. Wären wir einen Monat später da gewesen, hätte das geklappt, denn Ende Juli wurde der neue Aussichtspunkt dort oben eröffnet, so konnten wir halt nur eine Ahnung von der Schönheit der Grand Prismatic Spring erhalten. Auch die Wassermassen, die die Quelle zu Tage fördert und die sich in den Firehole River ergießen, waren aber recht beeindruckend. Auf der weiteren Fahrt mussten wir leider den Firehole Lake Drive auslassen, denn der war für RV’s gesperrt, gestoppt haben wir dann wieder am Lower Geyser Basin, wo wir mit den Fountain Paint Pots lustig blubbernde Schlammlöcher vorfanden, mit dem Red Spouter einen laut fauchenden Schlund und mit dem Clepsydra Geyser einen nahezu durchgängig aktiven und weithin sichtbaren Geysir. Gegen 18:30 Uhr erreichten wir den Madison Campground, wo wir die kommenden 2 Nächte verbringen sollten, nachdem wir zuvor auf der Parkstraße noch eine sehr große Herde Bisons passiert haben. Zum Abendessen gab es Steaks, die wir auf der zu unserem Stellplatz B36 gehörenden Sitzgruppe in aller Ruhe genießen konnten. Überraschenderweise gab es hier trotz der Lage am Fluss deutlich weniger Mücken als am Colter Bay Campground. Ein kurzer Verdauungsspaziergang führte uns ans Wasser, auch hier stießen wir wieder auf 2 Bisons, eines davon spazierte in aller Ruhe mitten über den Campground! Unser Stellplatz war, wie die meisten hier, ganz in Ordnung, auch wenn der Wald sehr licht war und die Privatsphäre darunter etwas litt, es war kein Back-In-Platz, aber zum Glück auf der richtigen (rechten) Seite des Wegs gelegen, so dass wir direkt vom Womo zu unserer Sitzgruppe aussteigen konnten. Nach etwas Tagebuchschreiben und Lesen ging’s ab ins Bett.

gefahren: 79 mi. (127 km)

Übernachtung: Madison Campground, Yellowstone NP, Wyoming

Do., 22.06.17: Upper Geyser Basin, Norris Geyser Basin

Geysire bis zum Abwinken – ein Tag, den wir v.a. im Upper Geyser Basin verbrachten und als abendliche Zugabe noch am Norris Geyser Basin. Zuerst ging’s aber ins Visitor Center am Old Faithful Geyser, wo die Ausbruchszeiten einiger der am besten vorhersagbaren Geysire der Gegend angeschlagen waren. Anhand dieser Zeiten wurde dann der Tag geplant, es sollte eine Wanderung im Uhrzeigersinn durch das Upper Geyser Basin werden bis zum Morning Glory Pool, denn der erste Geysir, der schon kurze Zeit später ausbrechen sollte, war der Daisy Geyser. Etwas vor der angeschlagenen Zeit kamen wir dort an, das war gut, denn er brach auch schon kurze Zeit später aus, 10 Minuten eher als vorhergesagt, aber die Zeiten lassen sich ja nie so exakt berechnen. Viel los war hier im Übrigen auch nicht. Nach dem hübschen und kurzen Ausbruch ging’s weiter, vorbei am Grotto Geyser, der auch zufälligerweise gerade aktiv war, bis hin zum Riverside Geyser. Hier mussten wir etwas länger warten, aber in der Sonne auf einer Bank war das gar kein Problem. Der Ausbruch kam dann mit 15 Minuten Verspätung, lohnte sich aber wirklich, denn das Wasser, das im Bogen in den Firehole River daneben spritzte, bildete einen wirklich herrlichen Anblick, für mich einer der schönsten aller Geysire im Yellowstone. Nur ein Stückchen weiter nördlich trafen wir dann auf den berühmten Morning Glory Pool, sehr bunt, wenn auch leider die Farbenpracht in den letzten Jahren angeblich schon nachgelassen hat aufgrund von Veränderungen der Wassertemperatur und der bakteriellen Besiedlung infolge von allem möglichen Unrat, den achtlose Touristen hinein geworfen haben – sehr traurig!

Ein kurzes Stück ging’s auf demselben Weg wieder zurück, dann machten wir ab dem Daisy Geyser einen Abstecher zum Black Sand Basin, dort war es ganz hübsch, aber letztlich gab es nicht so viel sehenswertes Neues.

Wieder zurück auf der Hauptrunde im Upper Geyser Basin folgten als nächstes der derzeit erloschene Giant Geyser und dann der Grand Geyser. Hier warteten wir eine ganze Zeit, denn der Ausbruch war für 12:10 Uhr vorhergesagt, aber es tat sich nicht wirklich etwas, und da bei diesem Geysir eine Vorhersagegenauigkeit von ± 90 Minuten bestand, beschlossen wir dann doch, weiter zu laufen und nicht länger zu warten. Es folgten noch unzählige kleine Pools und Geysire bis hin zum Geyser Hill, besonders attraktiv fand ich u.a. den Belgian Pool, der tragischerweise so heißt, weil in dem über 80 Grad heißen Wasser darin mal ein Belgier umkam. Sehr reizvoll war auch der alle paar Minuten ausbrechende Anemone Geyser, zwar nicht groß, aber irgendwie besonders hübsch. Der Beehive Geyser hat eine dem Namen entsprechende, schöne Form, soll auch eine hohe Fontäne besitzen, die wollte er uns heute aber nicht zeigen. Schließlich unternahmen wir noch den Aufstieg zum Observation Point, zuerst ging’s zum Solitary Geyser, einsam im Wald gelegen, bis wir schließlich am Aussichtpunkt ankamen, von wo aus wir uns den nächsten Ausbruch des Old Faithful aus der Vogelperspektive anschauen wollten. Nach und nach trafen noch eine ganze Reihe anderer Touristen ein (aber kein Vergleich mit der Massenansammlung am Visitor Center unten) und „getreu“ seinem Namen bot uns der Geysir recht pünktlich auch wieder ein schönes Spektakel, das von hier oben fast noch spektakulärer aussah als am Vortag vom Boden aus.

Zurück am Womo machten wir uns wieder auf gen Madison Campground, um kurz hinter dem Lower Geyser Basin aber noch einen unplanmäßigen Stopp einzulegen, denn wie am Vortag hielt sich hier die große Bisonherde auf, augenscheinlich waren es noch mehr Tiere als gestern, v.a. Kühe mit Kälbern, die ausgiebig fotografiert werden wollten.

Da wir noch etwas Zeit hatten, fuhren wir danach am Campground vorbei zum Norris Geyser Basin. Dieses präsentierte sich anders als die Upper / Midway / Lower Geyser Basins. Ein Teil des Basins bestand aus einem riesigen, kargen Becken voller weißer Ablagerungen, dem Porcelain Basin, der andere Teil des Norris Basins wiederum beherbergte viele Geysire, die hier im Wald versteckt waren und durch einen Rundweg verbunden, die des Upper Geyser Basins heute morgen lagen ja überwiegend im offenen Gelände. Zuerst bestaunten wir das Porcelain Basin, danach drehte ich im Back Basin noch eine kleine Runde allein, da mein Freund inzwischen den Geysir-Overkill hatte und keine Lust mehr. Ich machte aber trotzdem noch zahllose Fotos, war zum Schluss auch selbst schon etwas übersättigt und dennoch fasziniert, so fuhren wir schließlich zurück zum Madison Campground, wo wir gegen 19:45 Uhr ankamen.

gefahren: 63 mi. (101 km)

Übernachtung: Madison Campground, Yellowstone NP, Wyoming