So., 25.06.17: Cody

Das Tal des Shoshone River, das wir danach durchquerten, war auch sehr schön, hier gab es überraschend viele Campgrounds, plötzlich auch wieder rote Felsen und als unerwartete Begegnung direkt neben der Straße dann noch eine Elchkuh, die im Wasser nach Grünzeug suchte. Das frühe Aufstehen morgens forderte irgendwann seinen Tribut, und am Parkplatz des Buffalo Bill Staudamms neben der Straße mussten wir kurz nach Mittag doch ein kleines Nickerchen einlegen, die Müdigkeit hatte uns beide übermannt... Schließlich, wieder aufgewacht, ging’s in den nächsten größeren Ort, nach Cody, wo wir die Nacht verbringen wollten. Der Ponderosa Campground war für 1 Nacht ganz o.k., lag auch sehr zentral, hatte saubere, wenn auch kleine Waschräume, die Stellplätze waren aber doch sehr eng, der Campground dafür dann wieder zu teuer, ein typischer, privater Stadtplatz eben.

Nach dem Einchecken fuhren wir weiter ins Buffalo Bill Center of the West, einen berühmten und vielgelobten Museumskomplex, der eigentlich 5 Museen unter einem Dach vereint. Wir besuchten an diesem Tag 2 davon, das Indianermuseum und das Buffalo Bill Museum, beide sehr interessant, gut gemacht, wenn auch das Indianermuseum meiner Ansicht nach teilweise etwas unstrukturiert war. Es gab viel zu lesen und zu lernen, irgendwann war die Aufnahmefähigkeit am Limit, so waren wir nach 2 Stunden wieder draußen. Wir fuhren noch ein Stück weiter, steuerten die Exon-Tankstelle an, wo wir unser Propan auffüllen ließen, was uns in Gardiner ja leider nicht gelang, parkten dann auf der Main Street kurz vor dem berühmten Irma Hotel und liefen die Hauptstraße einmal auf und wieder ab. Cody ist ein typisches Midwest-Kleinstädtchen und Versorgungszentrum für die Umgebung, gleichzeitig aber auch Touristenattraktion, das spiegelte sich auch in den Geschäften hier wieder. Ursprünglich wollten wir uns, neugierig, wie wir waren, noch den täglichen Shootout am Irma Hotel ansehen, mussten dann aber feststellen, dass der sonntags - also auch heute! - leider pausierte, als wir, wie andere Touristen auf, auf der Mauer saßen und warteten... Na ja, so ging’s halt wieder zurück zum Campground. Zum Kochen hatten wir bei dem üppigen, heutigen Programm keine Lust, also aßen wir im DQ neben dem Campground ganz leckere Burger (die bei DQ mit Laugenbrötchen gemacht werden!) und fuhren um 19:30 Uhr zum jeden Abend stattfindenden „Nite Rodeo“, der neben dem Museum zweiten, großen Attraktion des Ortes.

Wenn man schon mal im Wilden Westen ist, muss man sich das ja wohl auch ansehen! Auf Empfehlung der Dame an der Rezeption des Campgrounds, wo wir die Tickets kauften, setzten wir uns auf die Nordtribüne, das war auch gut so, denn so hatte man einen besseren Blick auf die Vorbereitungen und auch ein Großteil der Show war eher so ausgerichtet, dass er sich hierhin orientierte. Streng patriotisch und ernst begann das Ganze mit Nationalhymne und Gebet, danach wurde es aber ausgelassener und es folgten die üblichen Wettbewerbe eines solchen Rodeos: Kälbereinfangen, Mustangritt, Barrel Racing der Frauen und zum Schluss als Höhepunkt Bull Riding. Zwischendurch gab es als Auflockerung noch ein Spiel für Kinder, alle unter 12 durften in die Arena und mussten 2 Kälbchen ein Band vom Schwanz reißen, die es hatten, gewannen einen Ausritt. Der Andrang war natürlich groß, ebenso wie der Spaß, den die Kinder hatten. Der Rodeoclown war eher albern, wie ich fand, aber na ja, das ist halt Geschmackssache… Zwischendurch gab es auch noch einen Unfall, beim Bullenreiten für junge Nachwuchscowboys fiel einer herunter, schien sich verletzt zu haben, wurde von einem Krankenwagen abgeholt, der fuhr aber ohne Blaulicht weg, es war also hoffentlich nichts Ernstes! Nun ja, die Cowboys, die das hier tun, wissen halt schon, dass es nicht ganz risikolos ist! Gegen 21:45 Uhr war Schluss, wir kamen trotz der vielen Besucher zügig vom Parkplatz, der Weg zum Campground war nicht weit und müde fielen wir in die Betten.

gefahren: 100 mi. (161 km)

Übernachtung: Ponderosa Campground, Cody, Wyoming

Mo., 26.06.17: Bighorn Mountains, Buffalo

Dieser Montag war hauptsächlich ein Fahrtag. Nach dem Aufbruch vom Campground ging es aber erst noch einmal ins Buffalo Bill Center of the West und wir besuchten als 3. Museum das Naturkundemuseum. Da das am Vortag gekaufte Ticket immer 2 Tage gültig ist, konnte man den Besuch so aufsplitten. Hier hielten wir uns heute 1,5 Stunden auf, das Museum war sehr gut gemacht, nach Biotopen geordnet, dadurch auch didaktisch meiner Meinung nach besser als das Indianer-Museum vom Vortag, insgesamt muss ich sagen, dass ein Besuch in dem gesamten Museumskomplex sich auf alle Fälle lohnt! Am Ortsausgang erledigten wir bei Albertson’s noch einen Lebensmitteleinkauf und fuhren dann weiter gen Osten durch das Bighorn Basin.

Die Landschaft war platt und eher monoton, wir erreichten den hübschen und gepflegten Ort Greybull, bogen dort ab und es ging in die jetzt landschaftlich deutlich abwechslungsreicheren Bighorn Mountains. Vor allem der Shell Canyon am Eingang war wunderschön, viel Grün und rote Felsen. Oben angekommen traf man auf eine eher etwas langweilige Hochfläche, die aber deutlich aufgewertet wurde durch die zahlreichen Wildblumen, die um diese Jahreszeit hier blühten. Am Visitor Center in Burgess Junction legten wir eine Mittagsrast ein, hier gab es hübsche, überdachte Picknicktische, außerdem hatte man dort einen kleinen Lehrpfad angelegt, der sich gut für den anschließenden Verdauungsspaziergang eignete. Es folgte eine dramatische Abfahrt aus den Bergen, vorbei am Steamboat Rock und der Fallen City, einer Ansammlung riesiger, wie herabgestürzte Häuser erscheinender Felsbrocken auf einem Hang, ehe es hinab ging in eine weitere, diesmal grünere Ebene (im Vergleich zum Bighorn Basin) und über die Autobahn nach Buffalo. Auch hier steuerten wir wieder einen privaten Campground an, den Indian Campground, dieser gefiel uns aber besser als der letzte, die Stellplätze waren deutlich großzügiger, es gab viele Bäume, extrem saubere Sanitäranlagen und auch preislich war der Platz o.k. Das Gute war auch noch, dass man das Womo stehen lassen konnte, um in etwa einer halben Stunde zu Fuß am Fluss entlang in die Stadt zu gehen, man hatte hier einen schönen und schattigen Trail angelegt, so dass man nicht die Straße nutzen musste.

Auch Buffalo war ein hübsches Örtchen, wenn auch, wie die meisten Orte hier, nichts Spektakuläres. Es gab aber eine ganze Reihe alter Häuser, z.T. über 100 Jahre alt, von denen das Occidental Hotel das bekannteste und eines der schönsten war. Es hatte auch innen noch viel von der Original-Einrichtung, eine tolle Atmosphäre, der angeschlossene Saloon verlockte uns, so dass wir dort Bison Burger zu Abend aßen. Die Dinger waren wirklich lecker, wobei ich jetzt den Unterschied zwischen Rind und Bison nicht wirklich geschmeckt habe. Irgendwann gab es dann auch noch Live-Musik, was in diesem Rahmen einfach nur stimmig war. Die Frau an der Bar, vermutlich die Chefin, war etwas muffelig, die junge und emsige Cowboy-Bedienung mit großem Hut aber umso netter. Alles bestens, passend und stilecht also. Auf dem Weg nach Hause kauften wir, neugierig wegen des dort herrschenden, großen Andrangs, an der Eisdiele Lickety Splits jeder noch ein Eis mit einer wirklich guten Waffel, mit $4,20 / Stück nicht billig, aber sehr, sehr gut, eine riesige Portion war’s obendrein. Erneut am Fluss entlang ging’s zurück zum Campground, in der Abenddämmerung wurde das fast eine Safari, denn wir sahen noch 2 Hirsche, 1 Hasen und 1 Schlange auf dem Weg! Nach dem Schreiben des Tagebuchs war der Weg ins Bett nicht weit…

gefahren: 184 mi. (296 km)

Übernachtung: Indian Campground and RV  Park, Buffalo, Wyoming

Di., 27.06.17: Devil's Tower

Um einen schönen Stellplatz auf dem Belle Fourche Campground am Devil’s Tower zu bekommen brachen wir heute wieder etwas früher auf. Die Strecke war wenig abwechslungsreich, das Wetter früh morgens bedeckt, so spulten wir die Meilen ab, tankten günstig in Gillette und setzten dann die Fahrt fort Richtung Devil’s Tower. Einen ersten Blick auf dieses imposante Naturdenkmal bekamen wir aber erst, als wir uns schon auf so ca. 10 Meilen genähert hatten, denn die Landschaft war inzwischen doch wieder etwas hügeliger und bewaldet geworden, gar nicht so flach wie gedacht. Als wir auf dem „First come, first served“-Campground eintrudelten, waren noch genug Stellplätze frei, wir aber wollten einen besonders schönen und konnten uns so noch einen sichern an der Außenseite des Loops am Fluss mit unverstellbarem Blick auf den Lavaklotz. Abends war der Platz dann ziemlich belegt, es war also gut, dass wir früh genug eintrafen, so gegen 11:15 Uhr. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, schmierten wir uns erst noch ein paar Brote und liefen dann direkt vom Platz aus los zum Turm. Die Wanderung führte uns hügelaufwärts, erst zum Visitor Center, das doch recht klein war, von dort auf dem Tower Trail einmal gegen den Uhrzeigersinn um den Tower herum und schließlich im Uhrzeigersinn auf dem Red Beds Trail wieder zum Campground zurück. Der Tower Trail war schön angelegt, verlief unmittelbar an der Basis des Geröllfelds unter dem Devil’s Tower, war auch nicht allzu steil und sogar aspaltiert, sodass hier auch viele „wanderunerfahrene“, amerikanische Touristen entlang liefen, die Flip-Flop-Fraktion halt. Für die war das wahrscheinlich eine unglaublich schwierige, lange und anstrengende Wanderung… Schön war sie, wie gesagt, nichtsdestotrotz, v.a. durch die sich immer wieder durch die Nadelbäume bietenden Blicke auf den Fels mit seinen eindrucksvollen Phonolithsäulen. Auffällig waren unterwegs zahlreiche, bunte Stofftücher, die an den Bäumen hingen, hierbei handelte es sich um sog. „prayer cloths“ der Indianer, die speziell im Juni, einem heiligen Monat, hier angebracht werden. In dieser Zeit wird dann auch darum gebeten, auf die (von den Indianern eh nicht gewünschte) Besteigung des Devil’s Tower zu verzichten, dementsprechend war heute auch kein Kletterer im steilen Fels zu sehen, ansonsten bietet sich der Devil’s Tower für die als reizvolles Ziel offensichtlich an. Das Wetter zeigte sich wechselhaft, teils war es sonnig, teils aber auch bedeckt, die meiste Zeit war es warm, z.T sogar recht schwül. Unterwegs konnte man vom Trail aus mehrere Weißwedelhirsche sehen, über uns kreiste ab und zu ein Truthahngeier, der ließ sich aber nicht aus der Nähe bestaunen. Auf dem längeren Red Beds Trail war dann schon viel weniger los, er umrundete den Tower in einem deutlich größeren Abstand, so weit, dass man den Fels auch nicht die ganze Zeit sah, Menschen begegneten uns hier nur ab und zu. Beim Erreichen des Belle Fourche River traf man dann auch auf die roten Felsformationen, die dem Trail den Namen gaben, leuchtende Farben, wie man sie hier gar nicht erwartet hätte! Die letzten Meter zurück zum Womo führten uns mitten durch die Präriehundkolonie, hier verbrachte ich dann noch eine ganze Zeit mit der Beobachtung und dem Versuch, Fotos zu schießen, was gar nicht so einfach war, denn die Präriehunde hier waren überraschend scheu, man musste schon sehr vorsichtig sein, wenn man sich ihnen näherte. Früh waren wir wieder am RV und konnten so einen entspannten Abend verbringen, nachdem wir im Womo geduscht hatten, der Campground selbst hatte keine Duschen wie viele Nationalpark Campgrounds. Das Abendessen war heute mal vegetarisch, es gab Nudeln, Soße, Gemüse und Salat.

gefahren: 132 mi. (212 km)

Übernachtung: Belle Fourche Campground, Devil's Tower National Monument, Wyoming