Fr.,09.06.17: Denver (Stadtbesichtigung)

Bevor wir aber nun den Independence Day feiern, geht es zuerst noch einmal zurück zum ersten Tag des Urlaubs in Denver, den Anfang unserer Reise durch die Rocky Mountains.

Bis kurz vor 6 Uhr haben wir in dieser ersten Nacht im bequemen Hotelbett geschlafen, da wir am Vorabend todmüde waren, insgesamt 8 Stunden, gar nicht schlecht, wie ich fand, besser als vor 3 Jahren in New York, als wir doch ziemlich früh erwachten. Gegen 7:30 Uhr liefen wir zum Frühstück in die in der Nähe gelegene Corner Bakery und genossen unser erstes, leckeres American Breakfast! Danach ging es zum Civic Park, um erst mal ein paar Telefonate zu erledigen, so meldeten wir uns bei den Lieben zuhause und riefen dann auch noch bei Roadbear an, um die Womo-Übernahme am nächsten Tag zu besprechen.

Nachdem das erledigt war, ging es zum Capitol, wo wir uns für die erste Führung um 9 Uhr anmelden konnten. Witzigerweise waren wir die zwei einzigen, die um diese Uhrzeit das Capitol sehen wollten, später schwollen die Führungsgruppen auf die zigfache Größe an, da hatten wir echt noch Glück. Allerdings war unsere Führerin leider noch nicht so sehr lange im Geschäft und konnte daher unsere Fragen nur zum Teil beantworten, sie gab sich auch nicht wirklich Mühe, besonders deutlich zu sprechen (schließlich hatten wir uns noch nicht so richtig eingewöhnt, was die Sprache angeht), aber sie war dennoch sehr nett und machte ihre Sache sonst ganz ordentlich. Lohnenswert und interessant war die Tour allemal, es gab viel Marmor und Messing, v.a. der Blick von der Kuppel war wirklich toll. Einen Blick werfen konnte man in die beiden Kammern (Senate und House of Representatives), das Prinzip der Abstimmungen darin wurde erklärt, es gab eine Bildergalerie mit allen Präsidenten im Treppenhaus (bisher noch ohne Trump, die Malerin habe sich noch nicht dahingehend geäußert, ob sie Trump auch malen wolle…), einiges zu den auf anderen Bildern abgebildeten Personen wurde erzählt und schließlich gab es unter der Kuppel auch noch ein kleines „Museum“. Nach der Führung hatten wir noch reichlich Zeit, uns alleine im Gebäude umherzubewegen und alles nochmal anzuschauen, die Atmosphäre war ruhig und entspannt. Zum Abschluss umrundeten wir das Gebäude von außen und liefen dann weiter, am Gericht vorbei zum Art Museum, erbaut von Daniel Liebeskind, und zur historischen Villa des Byers Evans House. Diese Gebäude besichtigten wir alle nur von außen, danach ging es in den Souvenirshop der US Mint. Gerne hätten wir hier eine Führung mitgemacht um zuzuschauen, wie amerikanische Münzen geprägt werden, leider gab es diese Führungen aber am Freitag nicht – schade! Im historischen Browns Hotel bestaunten wir die imposante Lobby und legten anschließend eine Mittagspause bei Potbelly ein, sowas Ähnliches wie Subway. Weiter ging’s zum Colorado Convention Center, dem großen Veranstaltungszentrum, in das der bekannte, riesige blaue Bär von draußen hineinschaut. Als nächstes folgten Larimer Street und „LoDo“ (Lower Downtown), alte Viertel mit vielen Backsteinhäusern, die in den letzten Jahren einen ordentlichen Aufschwung genommen hatten und jetzt bevorzugte Wohnviertel sind mit Restaurants und Ähnlichem, tolle Atmosphäre und schön zum Bummeln.

Irgendwann hatten wir dann allerdings dennoch genug von Backstein und Beton und dachten, auf dem Cherry Creek Trail ein wenig innerstädtisches Grün zu erhaschen und frische Luft einatmen zu können, dem war leider nicht so, der Fluss war hier arg in ein Betonkorsett gezwängt, immerhin fuhren keine Autos auf diesem Weg. Eine weitere Pause legten wir im Bahnhof Union Station ein, dieser fungiert heute zusätzlich noch als Busbahnhof, außerdem finden sich in der Bahnhofshalle viele Lokale, ein Blumenladen, ein Hotel usw., ein schöner Platz, wie wir fanden, um einen Eiskaffee bzw. Iced Tea zu trinken, zumal es inzwischen draußen doch sehr warm war.

Danach zog es uns erstmal wieder zum Hotel, unterwegs kauften wir bei Walgreens direkt daneben noch ein paar Lebensmittel, die wir am folgenden Morgen vor unserer Abfahrt als Frühstück vertilgen wollten. Anschließend wurden die Koffer schon wieder gepackt, ehe es zum Abendessen zur Cheesecake Factory ging. Hier war ich schließlich noch nie und einmal muss ich doch sehen, in welchem Laden Penny aus "The Big Bang Theory" so arbeitet. Das Essen war gut, aber nicht wirklich preiswert. Das betraf v.a. den namensgebenden Käsekuchen, ein Stück für immerhin $6! Unser Key Lime Cheesecake war aber auch wirklich "yummy". Und extrem mächtig…! Zum Glück haben wir uns ein Stück nach dem Hauptgang geteilt, allein hätte ich das nicht mehr geschafft! Interessant fand ich im Übrigen auch meinen Salat, der u.a. aus „kale“ bestand (Grünkohl, wie ich später herausfand!), zusammen mit Rosinen, Äpfeln, Mandelsplittern und einem Buttermilch-Pfeffer-Dressing, das war wirklich mal was anderes.  Auf dem Rückweg zum Hotel war viel los in der Stadt, das Wetter war aber auch ideal, angenehme, warme Temperaturen und keine allzu hohe Luftfeuchte, das lockte Jung und Alt nach draußen. Schließlich ging es ins Bett, denn am nächsten Tag sollte früh der Wohnmobil-Roadtrip beginnen.

gefahren: 0 mi. (0 km)

Übernachtung: Hotel Magnolia, Denver, Colorado

Di., 04.07.17: Denver (4th of July-Parade, Cherry Creek State Park)

Und nun sind wir doch schon wieder am Ende der Reise. Es ist Independence Day - der letzte Tag vor unserem Rückflug. Um 8:15 Uhr verließen wir den großen und schön gelegenen Moraine Park Campground und fuhren aus dem Nationalpark raus, am Eingang stand schon wieder eine lange Autoschlange, die den Nationalfeiertag im Park verbringen wollte. Wir aber fuhren zuerst eine Stunde lang dieselbe Strecke wie 3 Tage zuvor zurück nach Loveland und kehrten dort bei IHOP ein, um zu frühstücken. Von diesem Laden hatte ich viel Gutes im Netz gelesen, das Frühstück war auch lecker, aber Denny’s hatte ich aus dem letzten Urlaub doch in noch besserer Erinnerung, und das Frühstück, das wir im Family Restaurant in Spearfish hatten, war auch genauso gut. Direkt neben dem IHOP lag das Loveland Outlet, wo trotz des Feiertags heute einige Geschäfte geöffnet hatten, allerdings war hier unglaublich wenig los, keine Ahnung, warum. Ich hatte auf günstige Turnschuhe bei New Balance gehofft, aber nichts gefunden, was mir gefiel, stattdessen fiel bei Tommy Hilfiger immerhin noch eine schöne und preiswerte Hose für mich ab.

In einer weiteren Stunde ging es danach über die Autobahn nach Denver. Zuerst besuchten wir hier noch die 4th of July-Parade. Dazu steuerten wir den Vorort Park Hill an, denn dort sollte anlässlich des Independence Day die größte Parade der Stadt stattfinden. Wir konnten problemlos in einer Nebenstraße parken und suchten uns einen Platz auf der 23rd Avenue, auf der die Parade entlangziehen sollte und wo schon viele Leute saßen, die Plätze im Schatten waren daher leider schon alle besetzt. Die Parade war in meinen Augen eher „putzig“, es war deutlich weniger los, als ich das erwartet hatte, alles „plätscherte“ so dahin, zwischen den Wagen klafften oft größere Lücken, Musik kam - wenn überhaupt - vom Band, ich hatte viele Kapellen mit schmissiger Musik erwartet, das gab es gar nicht, die Stimmung war eher so la-la, ähnlich, wie wenn sich Nachbarn zum Quatschen treffen, aber nicht wirklich so, wie ich es bei einem solchen Anlass gedacht hätte, auch als rheinländischer Nicht-Karnevalist muss ich sagen, dass bei einem hiesigen Karnevalsumzug der Spaß- und Stimmungspegel doch um einiges höher liegt. Nach 30 Minuten war der Zug dann durch, alles verzog sich wieder, das war’s dann auch schon, schade, immerhin hatte man den Eindruck, dass vor allem die Teilnehmer der Parade Spaß dran hatten, und das war ja die Hauptsache.

Danach fuhren wir dann zu unserem letzten Übernachtungsplatz im Cherry Creek State Park im Süden der Stadt, und leider wurden wir hier dann wieder „Opfer“ der häufig in den USA nicht so tollen Organisation, wir mussten nämlich tatsächlich geschlagene 70 Minuten in der Schlange an der Einfahrt stehen, bis man uns endlich rein ließ auf das Gelände des State Park. Grund war, dass alle Parkplätze für Tagesausflügler dort wegen des 4. Juli belegt waren und man ließ immer nur so viele Leute rein, wie wieder Parkplätze frei wurden. Dass uns, die wir einen reservierten (!) Stellplatz auf dem Campground hatten, das gar nicht betraf interessierte niemanden, eine „Abkürzung“ zum Campground gab es auch nicht, so mussten wir halt in der Schlange abwarten. Am Campground selbst sagte uns der Host dann noch, dass wir Glück gehabt hätten, andere hätten da schon 3 Stunden gewartet – super! Ich wäre explodiert, war so schon nervig genug! Das Einchecken auf dem Platz ging schnell, dieser war wirklich schön, geräumig, viel Grün, dadurch etwas Schatten, große und saubere Sanitärräume, eine wirklich gute Wahl für die letzte Nacht. Wir nutzten den verbleibenden Rest des Nachmittags dafür, unsere Koffer zu packen und das Wohnmobil besenrein zu säubern. Danach vertraten wir uns die Beine und gingen zum nahegelegenen See, wo auch am späten Nachmittag immer noch viel Badebetrieb mit ausgelassener Feiertagsstimmung herrschte. Zum anschließenden Abendessen verzehrten wir die letzten Reste, die wir noch hatten, anschließend ging ich allein nochmal zum See in der Hoffnung auf einen guten Blick auf das 4th of July-Feuerwerk, so, wie es uns der Host des Campgrounds empfohlen hatte. Leider war das nicht ganz so wie erhofft, Richtung Denver sah man fast nichts wegen der hohen Staumauer, die den Blick zur Stadt versperrte, in alle anderen Richtungen über den See sah man mal hier und mal da Raketen, vermutlich privat, aber es gab kein reguläres Feuerwerk an einem festen Ort, so konnte ich leider auch nichts fotografieren. Schließlich ging es gegen 22:45 Uhr wieder zurück zum Wohnwagen und ins Bett. Da ich dort den hinter uns liegenden Urlaub Revue passieren ließ und eine ganze Zeit nochmal darüber nachdachte, schlief ich heute erst eine ganze Zeit später ein.

gefahren: 111 mi. (179 km)

Übernachtung: Cherry Creek State Park Campground, Denver, Colorado

Mi. - Do., 05. - 06.07.17: Rückflug Denver - Deutschland

Um 5:45 Uhr ging der Wecker, eigentlich viel zu früh, aber wie das so ist, man will ja nicht zu spät kommen und wir mussten noch tanken und Propan nachfüllen, ehe wir das Wohnmobil wieder abgeben konnten. Letztlich hätte es aber durchaus gereicht, wenn wir uns erst 1 Stunde später aufgemacht hätten. Nach ca. 25 Minuten Fahrt waren wir schon wieder in Commerce City in der Nähe der Rückgabestation, tankten erst sehr günstig an einer Tankstelle mitten im Industriegebiet und ließen dann bei einer von Roadbear empfohlenen Werkstatt in unmittelbarer Nähe der Abgabestation den Propangastank wieder auffüllen. Die Rückgabe verlief korrekt und reibungslos, 2 kaputte Gläser wurden uns nicht in Rechnung gestellt, das ausgelegte Geld für das Power Steering Liquid erhielten wir zurück und die 170 Meilen, um die wir die vorgebuchten 3000 Meilen überschritten hatten, mussten wir noch nachzahlen. Um 11 Uhr wurden wir per Shuttlebus zum Flughafen vor den Toren der Stadt gebracht, dort hatten wir viel Zeit und aßen bei Panda Express erstmal lecker zu Mittag, bevor wir problemlos die Sicherheitskontrolle durchliefen. Der Abflug erfolgte leicht verspätet um 17:50 Uhr, es ging direkt Richtung Osten, von den Bergen hinter uns haben wir daher nichts mehr gesehen. Good night and good-bye, America!

gefahren: 21 mi. (34 km)

 

Auf dem Rückflug schaute ich 2 Filme, dazwischen konnte ich auch ein wenig schlafen, die Landung in Frankfurt war pünktlich, wieder ging es flott durch die Passkontrolle und unser Gepäck konnte wir auch wieder direkt am AirRail-Schalter oberhalb des Fernbahnhofs abholen, praktisch, da man es so nicht durch den ganzen Flughafen schleppen musste! Zuhause sollte ich später feststellen, dass mein Koffer, wie auch schon beim letzten Urlaub in den USA, wieder mal vor dem Start geöffnet worden war, es lag wieder derselbe „Entschuldigungszettel“ der US-Behörden drin, besonders interessiert haben sich die Beamten offensichtlich für einen Plastikbär mit Honig, den sie sogar aufgeschraubt hatten. Was man da wohl erwartet hätte? Plastiksprengstoff? Ich weiß es nicht, ist mir auch egal, es war alles ansonsten in Ordnung und es fehlte nichts. 13:09 Uhr fuhr der ICE ab Richtung Heimat und um 15:20 Uhr war ich wieder in meiner Wohnung. That’s all, folks!