Do., 08.06.17: Anreise Deutschland - Denver

Es ist soweit! Abflugtag und der längste Geburtstag meines Lebens! Früh standen wir auf, fuhren mit dem RE nach Düsseldorf und hatten dort noch genug Zeit bis zur Abfahrt des ICE um 8:25 Uhr, der über Lufthansa gebucht war und den Flug D’dorf - Frankfurt ersetzte. Etwas über 1 Stunde später waren wir schon im Frankfurt am Flughafen, immer wieder erstaunlich, wie schnell man mit dem ICE auf dieser Strecke vorwärts kommt! Das Gepäck konnten wir direkt im Durchgang zum Flughafen aufgeben, auch am Sicherheitscheck gab es keinerlei Schlangen, ruckzuck waren wir durch. Insgesamt hatten wir deshalb fast 4 Stunden Zeit bis zum Abflug, die Boeing 747-800 war recht voll, aber vom Sitzkomfort her noch ganz o.k. Der Flug war sehr ruhig, dauerte ca. 9,5 Stunden, um 13:40 Uhr hoben wir ab und landeten um 15:25 Uhr Ortszeit in Denver. Gute Sicht unterwegs hatten wir nur bis Bonn, danach zog sich der Himmel unter uns mit Wolken zu, aus denen man nur ab und zu mal durch Lücken das Land darunter entdecken konnte (oder auch das Wasser), so über Grönland und der Hudson Bay. Später wurde die Sicht dann wieder besser, man sah die Weite der kanadischen Tundra und die endlosen Felder im Anschluss, in Kanada und den USA. Wir kreuzten den Missouri und flogen weiter, Richtung Südwest, immer auf Denver zu. Leider saßen wir links, so konnten wir nicht allzu viel von den Rockies sehen, allerdings liegt der Flughafen von Denver aber auch sehr weit außerhalb der Stadt und die Berge sind doch noch ein ganzes Stück weiter westlich in der Ferne. Im Flughafen dauerte die Einreise ca. 70 Minuten, durch die Self Registration (die man auch in Deutsch machen konnte!) ging es noch relativ flott. Allerdings musste man anschließend dann doch noch mal an einem Immigration Officer vorbei, der war auch der einzige, der eher mürrisch war, alle anderen Mitarbeiter waren demgegenüber ausgesprochen freundlich. Der Officer ließ uns auch nur einzeln an seinen Schalter, nicht zusammen, das hätte er nur erlaubt, wenn wir verheiratet gewesen wären... :-) Endlich draußen, irrten wir erst ein wenig durch den Flughafen hin und her, denn die Ausschilderung des Bahnhofs war nicht so ganz eindeutig, letztlich fanden wir ihn aber doch, er lag genau am gegenüberliegenden Ende der großen Halle, und fuhren für $9/Person mit der Metro in die Stadt, dort vom Bahnhof an der Endhaltestelle mit dem kostenlosen Mallride-Bus bis zur Haltestelle Stout St. und waren von da aus in wenigen Metern zu Fuß in unserem Hotel Magnolia. Wir bekamen ein schönes Zimmer mit Aussicht in der 12. Etage, sauber und geräumig, vor allem auch das Bad. Auch wenn wir langsam müde wurden war es aber doch noch zu früh zum Schlafengehen, außerdem hatten wir ein wenig, wenn auch nicht großen Hunger. Über Tripadvisor hatten wir uns daher zum Essen „Sam’s No.3“ rausgesucht, gute Bewertungen und nichts Überkandideltes, wo wir jeder einen Salat hatten, mein Chicken Caesar war auch ausgesprochen lecker! Nach dem Essen waren wir um 20:15 Uhr wieder im Hotel, machten uns bettfertig und fielen dann doch recht rasch in einen tiefen Schlaf nach einem langen Tag.

Den kommenden Tag, den 09.06.,  verbrachten wir in Denver, besichtigten die Stadt und versuchten,  den Jet Lag zu überwinden, was uns auch ganz gut gelang. Da die Reise zum Schluss wieder in Denver enden wird, werde ich die Fotos dieses Tags auch erst am Ende des Berichts mit den anderen Fotos aus Denver zusammen einstellen, hier geht's gleich weiter mit der Übernahme des Wohnmobils am Morgen von Tag 3.

Übernachtung: Hotel Magnolia, Denver, Colorado

Sa., 10.06.17: Wohnmobilübernahme, Leadville

Wir wachten nach der 2. Nacht in Denver etwas früher auf als nach der ersten, so gegen 5:20 Uhr, was aber nicht schlimm war, da wir ja eh früh los mussten. Wir aßen unsere Sandwiches, die wir am Vortag bei Walgreens gekauft hatten, checkten gegen 6:45 Uhr aus und ließen uns vom Hotel ein Taxi rufen, das uns zum Festpreis von $25 zu Roadbear brachte. Der marokkanische Taxifahrer wusste auch gleich, wo das ist, brachte uns ohne Irrwege dahin und nach 15 Minuten Fahrt waren wir schon da, eine andere Familie kam unmittelbar nach uns an und pünktlich um 7:30 Uhr startete die Übergabe. Da wir „Neulinge“ waren, wurden wir im Gegensatz zu den anderen sehr gründlich eingewiesen, alles wurde gut erklärt (auf Deutsch, wie bei Roadbear i.A. üblich), wir konnten Fragen stellen und hatten im Anschluss auch noch genug Zeit zum Einräumen und dafür, uns selbst mit dem Gefährt vertraut zu machen, so dass wir ein ganz gutes Gefühl hatten, als wir vom Hof fuhren. Etwas verunsichert hatte uns lediglich die Aussage der anderen Familie, dass sie bei bisher 11 Wohnmobilreisen jedes Mal eine Panne bzw. einen Defekt hatten… Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen…! Unser Fahrzeug war fast neu, hatte nur einen Vormieter und etwas über 3000 Meilen auf dem Tacho, dafür rieselte aber auch täglich noch Sägemehl in die Spüle und aufs Bett während des gesamten weiteren Urlaubs! Allgemein ist die Verarbeitung der Wohnmobile in den USA nämlich z.T. wirklich recht nachlässig, wie wir schon im Vorfeld gelesen hatten, bei uns war beispielsweise die Außenfolie unsauber geklebt, ein Dachfenster klapperte, ein Regalboden war schon kaputt usw. Das wurde aber alles aufgenommen, insgesamt war das Fahrzeug dennoch sehr wohnlich und gemütlich und schien uns von der Größe her auch genau richtig.

Nach 3,5 Stunden schließlich fuhren wir vom Hof, über den Highway ging’s Richtung Westen und bei Walmart in Evergreen am Fuß der Rocky Mountains kauften wir erstmal Lebensmittel für $160 ein, holten dort außerdem unseren vorab per Internet bestellten Grill ab, was perfekt klappte. Weiter ging es über den Interstate-Highway I70 durch die Rockies, weite Täler und schneebedeckte Gipfel, alles sehr grün und überraschend viel Verkehr, möglicherweise aber auch, da das Wochenende vor der Tür stand. Über den Loveland Pass und vorbei an Silverthorne bogen wir schließlich ab Richtung Copper Mountain, eine Gegend, in der ehemals Kupfer und Molybdän abgebaut wurde, wovon man heute noch die Folgen erkennt, eindrucksvoll, wenn auch mit doch z.T. deutlichen Eingriffen in die Natur einhergehend. Die Seen, in dieser Höhe über dem Meeresspiegel manchmal sogar noch gefroren, wiesen z.T. ganz bunte Farben auf, blau, rot, rosa oder gelb etwa.

Schließlich erreichten wir Leadville, wo wir einen Stopp einlegen wollten. Es handelt sich hier um eine alte Goldgräberstadt, die höchstgelegene Stadt der USA auf immerhin 3094 m über NN! Wir vertraten uns die Beine ein wenig, liefen einmal die Hauptstraße auf und ab, es gab hier ein paar hübsche alte Häuser, allerdings lag alles eher etwas zerstreut, dazwischen klafften auch Lücken oder man hatte Neubauten hingesetzt, daher wirkte das Ortsbild nicht so kompakt und malerisch wie erwartet. Es gab hier sogar ein historisches Opernhaus, das zu Blütezeiten der Stadt von berühmten Künstlern bespielt wurde, auch dieses besichtigten wir aber nur von außen, denn $10 Eintrittspreis, nur, um mal eben einen Blick ins Innere zu werfen, fanden wir doch ein wenig teuer. Da es schon später war und wir keine Lust mehr hatten zu kochen, aßen wir eine leckere Pizza in der High Mountain Pies Pizzeria, obwohl wir die kleinste Größe wählten war diese schon so groß, dass wir uns ein Doggy Bag geben lassen mussten.

Nach 1 weiteren Stunde Fahrt durch schöne Landschaften erreichten wir schließlich den Railroad Bridge Campground, die Anfahrt war etwas tückisch, musste von Süden erfolgen, das hatte ich vorher gelesen, aber durch Baustellen und eine fehlende Ausschilderung hatten wir doch leichte Probleme. Es ging durch 3 in den Fels gehauene Tunnel (in denen wir sicherheitshalber unsere Spiegel anklappten!), dahinter tauchte dann linker Hand plötzlich ein Campground auf, der war es dann aber doch nicht, hatte auch gar keine Sanitäranlagen, war wohl eher wild, aber nach noch etwas weiterer Fahrt auf der Schotterstraße (insgesamt 4,1 Meilen ab Buena Vista) kamen wir dann doch an unserem Übernachtungsplatz an, ein Schild mit meinem Namen hing am gewünschten Stellplatz, die Online-Reservierung hatte also geklappt! Die Lage direkt am Arkansas River neben einer alten, namensgebenden Eisenbahnbrücke war sehr malerisch. Als wir ankamen, war die Sonne schon hinter den Bergen verschwunden, es wurde auch rasch dunkel, so machten wir bald das Licht aus für die erste Nacht im Wohnmobil, das uns die kommenden 3½ Wochen beherbergen und umherbringen sollte.

gefahren: 149 mi. (240 km)

Übernachtung: Railroad Bridge Campground, Arkansas Headwaters Recreation Area, Colorado

So., 11.06.17: Black Canyon of the Gunnison NP

Wieder erwachten wir gegen 5:40 Uhr, der Jetlag war noch nicht ganz vorbei, die Berge gegenüber zeigten ein morgendliches „Alpenglühen“. Alles in allem brauchten wir ca. 2 Stunden für Toilettengang, Frischmachen, Frühstück, Spülen und die Vorbereitungen bis zur Abfahrt. Dieses sollte auch für den Rest des Urlaubs so bleiben, wobei wir später etwas besser wurden und die Zeit auf 1,5 Stunden drücken konnten, wenn wir uns etwas mehr beeilten. Um 8:15 Uhr ging es diesmal los, zunächst zurück nach Buena Vista und von dort zum Black Canyon of the Gunnison National Park, unserem 1. Ziel. Unterwegs legten wir kurze Stopps am Monarch Pass ein, wo es leider nicht die erwartete, schöne Aussicht gab, sowie am Blue Mesa Reservoir, hier gab es schon mehr zu sehen, einen schönen See oder tolle Gesteinsformationen wie die sog. Pinnacles am gegenüberliegenden Ufer, leider war auf dem See aber auch Motorbootverkehr erlaubt, daher war es nicht immer besonders still. Die Landschaft allgemein war heute lange nicht mehr so alpin wie noch am Vortag. Gegen 12:15 Uhr im Nationalpark angekommen wollten wir zuerst versuchen, ob wir noch einen freien Platz für den Abstieg in den Canyon auf der Gunnison Route ergattern konnten, leider war das Kontingent für heute schon erschöpft, aber man verwies uns auf den Folgetag, da die Permits immer auf „First come, first served“-Basis vergeben werden. War vielleicht auch gar nicht so schlecht, so konnten wir zum „Einlaufen“ erstmal die Umgebung des Visitor Centers in Augenschein nehmen und ein paar kleinere Trails unter die Füße. Wir entschieden uns für den Oak Flats Trail (direkt ab Visitor Center) und den Trail zum Warner Point (am Ende der Parkstraße), beide wirklich eindrucksvoll, es boten sich tiefe Einblicke in die Schlucht und vom Warner Point Trail aus auch herrliche Fernblicke gen Süden bei guter Sicht in Richtung der San Juan Mountains bzw. zum Umcompahgre-Plateau. Auf der einzigen Parkstraße, einer Sackgasse, die wir bis zum Ende und wieder zurück abfuhren, legten wir noch einige weitere Stopps an den diversen Aussichtpunkten ein, etwa an dem zur Painted Wall bzw. zum Chasm View (wirklich toll), am Pulpit Rock (fantastische Lage und ebenfalls toller Blick) und am Tomichi Point (in meinen Augen nicht mehr so wirklich lohnenswert, wenn man die anderen schon gesehen hat). Gegen 18:15 Uhr steuerten wir dann den Campground an, auch den hatte ich reserviert, so hatten wir keine Eile. Zum Abendessen sollte dann das erste Fleisch auf den Grill, das war aber leichter gesagt als getan, denn als ich den Grill auspackte stellte ich leider fest, dass der erstmal zusammengebaut werden musste, und das aus zahlreichen Einzelteilen, Schrauben, Muttern, Blechen usw. ein Ikea-Regal ist nichts dagegen – grrr!!! Die Anleitung war übrigens ähnlich übersichtlich...! Nach über 1 Stunde hatte ich es dann aber endlich doch geschafft, und die ersten Bratwürstchen wanderten in unsere Mägen, zusammen mit der aufgebackenen Rest-Pizza vom Vortag, dazu natürlich auch noch frischer Salat – lecker!!! Da das Wetter angenehm warm war, konnten wir auch draußen essen, so schmeckte alles natürlich doppelt gut! Später drehten wir noch einen kleinen Verdauungsspaziergang über den Platz, brachten den Müll weg, kamen auch am Amphitheater vorbei, wo gerade ein Ranger-Vortrag begann, der uns aber nicht so sehr interessierte, und daher gingen wir, wie schon gestern, gegen 22 Uhr wieder zu Bett. Das war übrigens wirklich bequem, die Matratze gut, da gab es nichts zu meckern!

gefahren: 166 mi. (267km)

Übernachtung: South Rim Campground, Black Canyon of the Gunnison NP, Colorado

Mo., 12.06.17: Black Canyon of the Gunnison NP, Colorado NM

Ein anstrengender Tag war das heute! Aber auch ein erlebnisreicher! Vom Campground fuhren wir um kurz vor 8 Uhr ab, gefallen hat es uns hier ganz gut, man hatte einigermaßen Privatsphäre nach hinten raus, letztlich lagen die Plätze aber doch recht dicht beieinander, außerdem gab es nur jeweils 1 Herren- und 1 Damen-WC pro Loop, was ich als recht wenig empfand. Nach sehr kurzer Fahrstrecke waren wir dann wenige Minuten vor Öffnung des Visitor Centers dort, ließen uns (zusammen mit einem anderen Pärchen) die ersten Tickets für die Gunnison Route ausstellen und liefen in 4 Stunden einmal über 500 Höhenmeter bergab zum Grund des Canyons und anschließend wieder hinauf. Je Strecke brauchten wir etwa 1:45 Stunden, die restliche Zeit pausierten wir unten. Der Weg bergab war sehr steil, geröllig bis rutschig und insgesamt ordentlich trittgefährlich, der Weg wieder rauf ließ einen dafür ordentlich aus der Puste kommen. Selten bin ich bisher einen durchgängig so steilen Weg gelaufen! Die Orientierung war relativ gut möglich, auch, wenn es kaum Beschilderung gab. Unterwegs wuchs entlang des Pfades auch Poison Ivy, obwohl ich aufpasste habe ich es wohl doch mal versehentlich berührt, jedenfalls hatte ich nachmittags ein paar kleine Quaddeln am Arm. Im Tal kam man sich vor wie im Paradies! Als wir ankamen, schien die Sonne durch die lichten Bäume, eine Hirschkuh trank gerade am Fluss, überall flogen bunte Schmetterlinge umher, es war herrlich ruhig, abgesehen vom Rauschen des Flusses. Unser Picknick dort konnten wir wirklich genießen, ehe es wieder an den Aufstieg ging, und gegen 12:30 Uhr waren wir zurück oben am Visitor Center. Beim Aufstieg haben wir noch eine ziemlich dicke Schlange gesehen, die aber rasch ins Unterholz kroch, gehört im Paradies halt dazu… Oben angekommen war dann auch gleich Abfahrt, es ging weiter in Richtung Grand Junction.

Die Strecke nach Grand Junction war IMO gar nicht sehenswert, eher langweilig, es war staubig und sehr windig. Schöner wurde es dann erst wieder am Ziel unserer Tagesetappe, dem Colorado National Monument, wo wir noch eine weitere Wanderung unternahmen durch Monument und Wedding Canyon. Der Weg war toll, gut zu gehen und leicht zu folgen, lediglich der Abstieg gegen Ende der Runde im Wedding Canyon war recht steil und quälte mein schon vom Morgen her etwas mitgenommenes, linkes Knie. Die Landschaft war hier schon wie im Wilden Westen, überall rote Säulen und Felsen! Der Himmel war leider immer mal wieder bedeckt, zeitweilig war es auch sehr windig, so dass man ab und zu Staub ins Gesicht bekam, was dann nicht so angenehm war. Wenn dann aber doch mal die Sonne herauskam, wirkten die Felsformationen gleich umso schöner, teilweise mit dramatischem background! Mit viel Fantasie konnte man überall die verschiedensten Formen erkennen, z.B. einen Elefantenkopf oder ein sich küssendes Paar, auch ein paar bunte und nur wenig scheue Halsbandleguane kreuzten unseren Weg, leider sahen wir aber keine Dickhornschafe, worauf ich gehofft hatte. Etwas schwierig waren die letzten Meter zum Wanderparkplatz am Trailhead mit dem Wohnmobil zu bewältigen, der Platz lag in einer Senke und trotz sehr vorsichtiger Fahrweise setzten wir beim Rein- und Rausfahren mit dem Heck kurz auf, passiert ist zum Glück ansonsten aber nichts! Wieder auf Asphalt erreichten wir dann durch einige Tunnel und bergauf gegen 18:45 Uhr oben auf dem Plateau den Horsethief Campground und unseren auch hier reservierten Platz für die kommenden 2 Nächte. Die Aussicht war, wie erwartet, toll, allerdings lag die Abbruchkante des Plateaus ein wenig von den Stellplätzen entfernt, dazwischen eine nicht so schöne, größere Freifläche, so dass der unmittelbare Eindruck etwas geschmälert wurde, was aber ansonsten nicht weiter schlimm war. Der Stellplatz war eher eng, das war bei der Buchung aber auch schon so angegeben gewesen, für ein Wohnmobil unserer Größe ging es gerade noch, wir konnten rückwärts einparken, ohne zu weit auf die Straße zu ragen. Allerdings mussten wir ein wenig leveln, da der Platz nach hinten hin recht abschüssig war. Grillplatz und Sitzbank lagen auch etwas abseits, einige Meter weiter weg hinter einem Gebüsch, grundsätzlich finde ich es schöner, wenn man die Tür zum Womo immer im Blick hat und in Sprungweite sitzen kann, auch, wenn mal was fehlt, was man von dort holen muss, egal, wir fühlten uns trotzdem wohl. Die Sanitäranlagen empfanden wir schon fast wieder als luxuriös, Spül-WC, elektrische Beleuchtung, Waschbecken, das war auf den letzten beiden Plätzen deutlich einfacher! Abends gab es schnelle Küche, Nudeln mit Pastasoße, dazu versuchten wir uns an einem Kale-Salat (d.h. mit Grünkohl), den wir am 2. Tag in Denver gegessen hatten, der gelang uns zwar, aber doch nicht so ganz wie im Lokal.

gefahren: 93 mi. (150 km)

Übernachtung: Saddlehorn Campground, Colorado National Monument, Colorado

Di., 13.06.17: Rattlesnake Canyon

Und noch ein anstrengender Wandertag! Wird Zeit, auch mal wieder ein bisschen Ruhe reinkommen zu lassen... Aber erst morgen! Die heutige Wanderung stand nämlich ganz oben auf meiner Wunschliste, speziell, nachdem ich den Besuch im Arches Nationalpark wieder aus der Routenplanung habe streichen müssen wegen Zeitmangel. Um in der Mittagshitze schon so weit wie möglich gekommen zu sein haben wir daher den Wecker auf 5:30 Uhr gestellt, sind dann allerdings trotzdem erst gegen 8:30 Uhr am Pollock Bench Trailhead gestartet. Auf dem Programm stand ein sog. Lollipop-Loop zum Rattlesnake Canyon, einer der größten Ansammlungen von Felsbögen auf engem Raum in Amerika. Der Weg war vor allem lang, 23 km insgesamt, trotz der Tatsache, dass das Gelände nicht bergig war, summierten sich die Höhenmeter doch, da man immer mal wieder in einen Canyon hinein- und auf der anderen Seite wieder heraussteigen musste, teilweise auf glattem Fels, so dass man durchaus auch aufpassen sollte. Irgendwann kurz vor dem Beginn des eigentlichen Rundwegs, nach ca. 8 km Wegstrecke, wurde es meinem Freund allmählich zu viel, er legte eine Pause ein, entspannte im Schatten der Bäume und wartete dort bis zu meiner Rückkehr, verpasste dadurch natürlich leider auch den eigentlichen Höhepunkt der Tour. Ich ging weiter, den Rest des Wegs allein, es folgte zunächst noch ein weiterer, steiler Aufstieg, danach war der Weg dann aber überraschend einfach zu gehen und nahezu durchgängig flach, der anstrengendste Teil der ersten Hälfte der Strecke war da geschafft. Die Landschaft war toll, wüstenartig mit Canyons, den Höhepunkt aber bildete eindeutig das Finale, die Arches im Lower Rattlesnake Canyon - tolle Felsbögen in der Abgeschiedenheit, gigantisch, leuchtend bunt, wunderschön und eindrucksvoll. Nach der Mittagsrast unter dem Akiti Arch ging es noch bis zum letzten Bogen, dem Rainbow Arch. Hier hatte ich die Wahl, entweder auf demselben Weg zurück zu gehen oder mittels Aufstieg durch den Arch „abzukürzen“. Ich entschied mich für die letztere Variante, wobei der Aufstieg auf dem steilen und glatten Fels doch nicht ganz ohne war, alleine wäre die Kletterei auch nicht ganz ungefährlich, falls etwas passiert, allerdings kamen, gerade als ich überlegte, noch zwei weitere Wanderer vorbei, der Mann des Pärchens kannte den Weg schon und konnte deshalb die beste Variante zeigen (erst links, dann rechts), so gelang der Aufstieg ohne Schwierigkeiten, ein spannendes Erlebnis! Oben angekommen wurde ich dann noch mit einem Cache belohnt, auf dem ganzen Weg um die Arches herum hatte ich nur 3 Personen gesehen! Nach 2¾ Stunden war ich wieder bei meinem Freund und es ging gemeinsam auf dem gleichen Weg wie heute Vormittag zurück zum Auto, allerdings wurde es zunehmend anstrengender, da ich doch schon etwas k.o. war und der Weg sich irgendwann immer mehr zog, vor allem die erneuten, immer wieder notwendigen, kurzen Auf- und Abstiege schlauchten, dazu prallte die Sonne von hinten. Irgendwann, nach ca. 9 Stunden, kamen wir wieder am Auto an, fix und foxi, aber zufrieden. Es ging noch ins nahegelegene Fruita, wo wir zum ersten Mal das Wohnmobil dumpten. Eine Dumping-Stelle gab es an unserem Campground nicht, der Host verwies uns aber an eine entsprechende öffentliche und kostenlose Dumping Station, wo man sein Schmutzwasser loswerden und sauberes Frischwasser auffüllen konnte – sehr praktisch! Das Ganze lag mitten in der Stadt an einer Rest Area, unter dem Hubschrauber-Denkmal nahe der Autobahn-Auffahrt. Danach tankten wir ein erstes Mal (25 Gallonen = 117 Liter für $70), und füllten unsere Lebensmittelvorräte auf, u.a. endlich mal wieder Root Beer – ich liebe es! Gegen 19 Uhr zurück am Campground grillten wir heute Burger Patties und konnten auch draußen essen, da der Wind vom Vorabend deutlich nachgelassen hatte. Dafür gab es hier oben allerdings einige lästige Moskitos… Der Campground war etwas voller als am Vortag, auch heute waren aber immer noch ein paar Plätze frei. Zu Bett – wer hätte das gedacht – ging es mal wieder gegen 22 Uhr.

gefahren: 23 mi. (37 km)

Übernachtung: Saddlehorn Campground, Colorado National Monument, Colorado