Wetterkapriolen

Weiter gingen unsere Erkundungen auf La Palma, wobei wir uns auch in den nächsten Tagen erst einmal im Nordwesten der Insel orientierten. Der Samstag führte uns nach La Zarza, einer der Orte auf der Insel, an dem die meisten prähistorischen Felsinschriften, auch Petroglyphen genannt, gefunden wurden. Den Besuch des hiesigen Informationszentrums verbanden wir mit einer Wanderung hinab zur Nordküste, durch einen verwunschenen Lorbeerwald und mit tollen Weitblicken. Die Nordküste ist bekannt für ihr eher feuchtes und kühles Klima, regnen tat zum Glück nicht, aber die Temperaturen lagen doch deutlich unter 20 Grad, als wir dort waren. Das sollte sich dann aber rasch ändern, denn zurückgekehrt in Los Llanos kam abends ein heftiger Wind auf, bei dem wir schon dachten, das Haus werde abgedeckt, es war aber nur die Calima, ein heißer Wind aus der Sahara, der die Temperaturen um bestimmt fünf Grad Celsius ansteigen ließ, außerdem jede Menge Sand mit sich führte, der am nächsten Tag die Sicht extrem vernebelte, den Ort unter uns konnten wir gar nicht mehr sehen.

An diesem Tag fuhren wir ein letztes Mal in den Nordwesten und besuchten erst den Bauernmarkt in Puntagorda, unternahmen anschließend eine Wanderung bei Las Tricias zu den berühmten Höhlenwohnungen, zahlreichen Drachenbäumen und einer ehemaligen Mühle, in der Gofio, eine geröstete Getreidemischung, gemahlen wurde, seit Jahrtausenden ein Grundnahrungsmittel auf den Kanaren.

Auch am nächsten Tag war die Sicht noch vom Saharasand getrübt. Wir suchten uns daher ein Ziel, bei dem es nicht so auf eine gute Fernsicht ankamen und entschieden uns für eine Wanderung zur Lavazunge des Vulkans San Juan, der in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts ausgebrochen war und wo man eindrucksvoll vulkanische Phänomene studieren kann. An manchen Stellen wirkt sie wie gerade erst erstarrt, besonders eindrucksvoll war auch ein Tunnel, der durch die Lava gebildet wurde.

Am Dienstag schließlich fuhren wir noch etwas weiter in den Süden, zur Südspitze der Insel, in die Region, die durch den jüngsten Vulkanausbruch auf La Palma geformt wurde, den Ausbruch des Teneguia 1971. Hier wirkte alles noch besonders wild, so, als ob der Ausbruch gerade erst kurze Zeit zurückliegt. Überraschenderweise gedeiht auf dem Vulkanboden in der Umgebung allerdings Wein sehr gut, darüber hinaus kann man am Leuchtturm unterhalb des Vulkans auch noch eine Saline besichtigen, die letzte auf La Palma. Hinweisschilder liefern hier interessante Informationen über die komplexen Prozesse der Salzgewinnung, eine Runde, die sich wirklich lohnte, auch wenn gerade jetzt im Winter die Salzgewinnung pausiert.

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