Zwischen Vilnius und Riga

Von der Großstadt Vilnius aus ging die Reise weiter gen Norden, die Kontraste konnten aber nicht größer sein. Nach dem Trubel der Hauptstadt erwarteten uns Natur pur und viel Einsamkeit. Nur 30 km nördlich von Vilnius legten wir einen ersten, kurzen Zwischenstopp ein, hier befindet sich nämlich der geographische Mittelpunkt Europas, exakt im Zentrum zwischen Spitzbergen und Kreta, den Azoren und dem Ural. Danach ging die Fahrt weiter in den Aukštaitija-Nationalpark, einen der ältesten Nationalparks Litauens, noch aus der Zeit der UdSSR. Wir bekamen Unterkunft mitten im Nationalpark, in einer umgebauten, ehemaligen Wassermühle, einfach und romantisch. Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, fuhren wir noch in den Nachbarort Paluše, wo wir uns im Zentrum des Nationalparks informierten und anschließend einen knapp 4 km langen ersten Spaziergang zwischen Wäldern und Seen unternahmen. Hier zeigte sich schon das typische Landschaftsbild, der Nationalpark entstand genau wegen dieser Kombination endloser Wälder und zahlreicher, kleiner Seen, eine Gegend, ideal zum Wandern, Radfahren und Paddeln. Am nächsten Tag unternahmen wir eine weitere, größere Wanderung, um noch mehr von der Gegend zu erkunden, besuchten dabei u.a. einige abgeschiedene und verträumte Dörfer, die teilweise auch mit dem Auto nur über sandige Pisten zu erreichen waren. Aufgrund des Wochenendes war doch etwas mehr Betrieb, viele Wochenendausflügler waren unterwegs, für große Teile des Tages waren wir aber allein auf weiter Flur, konnten Ruhe, Einsamkeit und die frische Luft genießen. Leider mussten wir am nächsten Tag schon wieder weiter, es warteten aber neue, spannende Ziele. Zum Abschluss unseres Besuche in Litauen steuerten wir nach längerer Fahrt durch eher nicht so abwechslungsreiche Landschaften den sogenannten "Berg der Kreuze" an, ein eindrucksvolles Mahnmal einerseits der Gläubigkeit der Litauer, die zu 80% Katholiken sind, andererseits allerdings auch des Widerstandes gegen etwaige Besatzer, so wurde dieser Berg mehrfach von den Russen dem Erdboden gleich zu machen versucht, in kürzester Zeit jedoch vor den Litauern wieder aufgebaut. Nach diesem eindrucksvollen Ort verließen wir Litauen, wo wir und sehr wohl gefühlt hatten, fuhren über die Grenze nach Lettland und betraten dort eine ganz andere Welt, indem wir das "Versailles des Baltikums" besuchten, das Schloss Rundale, eine prächtige, sehr schön restaurierte Anlage mit ebenfalls schönem und gepflegtem Garten. Schließlich führte uns abends der Weg nach Riga, wo wir das vorgebuchte Hotelzimmer in der Nähe der Innenstadt aufsuchten und den Abend nach einem langen Fahrtag von über 400 km und den erfolgten Besichtigungen erschöpft, aber zufrieden ausklingen ließen.

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